Kritik am BMW-Vorhaben Naturschützer: BMW soll bestehende Werke nutzen

BMW plant ein neues Werk in Niederbayern und stößt damit auf Kritik. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Bayerische Autobauer BMW will ein neues riesiges Montagewerk für Hochvoltbatterien in Irlbach nahe Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen errichten. Nun hagelt es Kritik vom Bund Naturschutz (BN).

Das neue Werk könnte eine Fläche von bis zu 160 Hektar einnehmen und sei wichtig für BMW, um die Elektrifizierung der hergestellten Fahrzeuge voranzutreiben. Der Autobauer müsse jedoch zunächst alle Möglichkeiten ausschöpfen, das geplante Batteriewerk an bestehenden Standorten aufzubauen, heißt es in einer Meldung des BN der Kreisgruppe Straubing-Bogen. Es könne beispielsweise geprüft werden, ob der Umstieg von Verbrennungs- auf Elektromotoren Produktionskapazitäten freimacht. Oder, ob dort Flächen effizienter genutzt werden können. Egal, wo BMW ein neues Werk ansiedeln will, wichtig sollte aus der Sicht des BN nicht die Lage an der Autobahn oder Bundesstraße sein, um so den gesamten Verkehr abzuwickeln, sondern eine optimale Schienenanbindung. Die BMW-Werke Dingolfing, München Milbertshofen und auch Regensburg verfügen über gute Schienenanschlüsse. Dadurch könnte die Verkehrsbelastung erheblich verringert werden, sagt der BN.

Schuberl kritisiert "Sonntagsreden" von CSU und FW

Gleichzeitig aber begrüßt der Bund Naturschutz das Vorhaben von BMW, ein neues Batteriewerk in Bayern anstatt im Ausland zu bauen. Nur der Flächenverbrauch sei besorgniserregend. Toni Schuberl, Landtagsabgeordneter der bayerischen Grünen, schrieb derweil einen offenen Brief an den BMW-Vorstandsvorsitzenden Oliver Zipse. Der Bau von Hochvoltbatterien in Niederbayern werde zukunftsträchtige Arbeitsplätze schaffen und die Verkehrswende vorantreiben, so Schuberl. Ein Aber gebe es dennoch: "Bayern wird leider von Parteien geführt, denen Flächensparen und Naturschutz nur in Sonntagsreden wichtig ist."

Ökologische Lösungen würde sich Schuberl wünschen. Im Gegensatz zu den Standorten Dingolfing und Wallersdorf, hofft Schuberl darauf, dass das neue Werk ein Vorzeigeprojekt wird: moderner und nachhaltiger. "Wallersdorf darf sich nicht wiederholen." Da das neue Werk hektarweise Lebensraum und wertvollen Acker vernichten, viel Energie verbrauchen, Verkehr erzeugen, Anwohner belasten und Ressourcen verbrauchen wird, wünscht sich Schuberl einen Ausgleich: Flächensparendes Bauen und mit Kletterpflanzen begrünte Dächer und Fassaden, Photovoltaikanlagen und vielleicht auch ein Windrad. "Trauen Sie sich", ist Schuberls Aufruf an den Vorstandsvorsitzenden.

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