Kripo bittet um Mithilfe Dingolfingerin übergibt Geld und BMW an Betrüger

Eine 62-jährige Rentnerin ist auf Telefonbetrüger hereingefallen. Sie hat mehrere tausend Euro und ihr Auto an die falschen Beamten übergeben. (Symbolbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild/dpa

Erneut haben laut Polizei Telefonbetrüger in Niederbayern zugeschlagen. Am Freitag hat eine 62-jährige Rentnerin aus Dingolfing mehrere tausend Euro und ihren BMW an zwei unbekannte Männer übergeben. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise und gibt Tipps, wie sie sich und ihre Angehörigen vor Telefonbetrügern schützen können.

Wie die Polizei mitteilte, erhielt am Dienstag, 19. April, eine 62-jährige Rentnerin aus Dingolfing mehrere Anrufe von Kriminalbeamten mit den Namen Meier und Schütz. Sie stünde auf einer Liste, die bei Einbrechern gefunden worden ist. Damit die Polizei die Ermittlungen fortsetzen könne, solle sie mehrere tausend Euro bezahlen. Das Geld wurde am selben Tag von einem unbekannten Mann abgeholt. Am Mittwoch erhielt die Rentnerin erneut einen Anruf von den angeblichen Beamten. Ihr Auto soll im Zuge der Ermittlungen untersucht werden. Ein anderer Mann holte kurz darauf den BMW, im Wert von rund 10.000 Euro, mit den Papieren ab. Die Polizei fand das Auto der 62-Jährigen am 21. April bei einem Autohändler in Detmold.

Zeugen, die am Dienstag oder Mittwoch im Bereich der Schermauer Straße und dem Gutsweg verdächtige Personen und/oder Autos wahrgenommen haben, sollen sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 08731/3144-0 melden.

Polizei warnt und gibt Tipps

Die Betrüger schaffen es trotz einer Vielzahl an Medienberichten über dieses Phänomen, vor allem ältere Mitmenschen um hohe Vermögenswerte zu bringen. Häufig übergeben die Geschädigten nach nur einem Telefonanruf die gesamten Ersparnisse an die Betrüger, die bei ihren Anrufen immer ständig neue und verschiedene Varianten anwenden, um ihr Ziel zu erreichen, nämlich Geld oder Wertgegenstände ihrer Opfer zu bekommen. Die Telefonbetrüger gaukeln ihnen vor, dass Verwandte in Zwangslagen seien. Hier stehen die Schilderungen von schweren Verkehrsunfällen oder von Wohnungskäufen im Mittelpunkt. Aber auch Anrufe von falschen Polizeibeamten oder anderen Amtsträgern gehören zu den Maschen.

Seien Sie misstrauisch – Warnsignale am Telefon

  • Der Anrufer beginnt das Gespräch mit einer Art „Ratespiel“ („Rate mal, wer am Telefon ist“).
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben.
  • Der Anrufer benötigt kurzfristig und schnell Hilfe in Form von Bargeld, kann dies aber nicht persönlich abholen.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und beenden Sie das Gespräch, sobald sich jemand nach Ihren finanziellen Verhältnissen erkundigt.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Notrufnummer „110“ an. Sollten Sie bei der Polizei zurückrufen, drücken Sie dabei nicht die „Rückruftaste“, da Sie sonst möglicherweise wieder bei den Betrügern landen. Wählen Sie die Nummer selbst!
  • Lassen Sie sich nicht weiterverbinden. Bestehen Sie darauf, selbst bei Ihrer zuständigen Polizeiinspektion nachzufragen und wählen Sie die Ihnen bekannte Nummer, nachdem Sie einmal richtig aufgelegt haben.

So können Sie Ihre (Groß-) Eltern und Angehörigen schützen:

  • Helfen Sie Ihren Angehörigen und Bekannten dabei, gegebenenfalls den Vornamen im Telefonbucheintrag abkürzen zu lassen oder entfernen Sie den Eintrag im Telefonbuch vollständig.
  • Die Täter suchen im Telefonbuch nach Vornamen, die überwiegend der älteren Bevölkerungsgruppe zuzuordnen sind.
  • Bestärken Sie Ihre Angehörigen darin, einfach aufzulegen, wenn ein Anruf verdächtig erscheint. Anschließend sollte die Polizei über die Notrufnummer 110 verständigt werden.
  • Bestehen Sie darauf, dass Ihre Angehörigen keine größeren Geldbeträge oder Wertgegenstände zu Hause aufbewahren.
  • Informieren Sie sich über die verschiedenen Betrugsformen (Enkeltrick, falsche Polizeibeamte, Gewinnversprechen usw.).

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