Kriegsgeschichte Verein geht auf Bunkersuche: Nürnberger Bürger sollen helfen

Ralf Arnold, Vorsitzender des Fördervereins Nürnberger Felsengänge, steht in einem Luftschutzraum. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild

In Nürnberg sollen Bürgerinnen und Bürger einen Verein dabei unterstützen, den von Bunkern durchzogenen Untergrund der Stadt genauer zu erforschen. Gut zwei Dutzend kleinere Schutzräume seien ihnen seit dem Aufruf im Dezember bereits gemeldet worden, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Nürnberger Felsengänge, Ralf Arnold. Ziel des Vereins ist es, die Bunker zu dokumentieren und Erinnerungen an Kriegszeiten zu bewahren.

Die bislang spektakulärste Neuentdeckung ist demnach ein Luftschutzraum unter einer heutigen Pflegeschule im Nürnberger Norden, den Vereinsmitglieder im Mai zum ersten Mal besichtigten. Das Gebäude ist halb so groß wie ein Fußballfeld, ein großer Teil davon ist untertunnelt.

Zu Kriegszeiten war das Haus ein Kinderheim, bis zu 200 Waisenkinder waren hier untergebracht, wie Josef Andree, Geschichtslehrer an der Pflegeschule, erklärt. Ein Zeitzeuge, der als Kind Angriffe in dem Bunker miterleben musste, habe ihm die Aufenthalte als panischen Schockzustand beschrieben. Nach Einschlägen bebte die Erde nach, Putz rieselte von der Decke, das Licht flackerte.

Erinnerungen wie diese will der Förderverein für das kollektive Gedächtnis bewahren. Gerade den Jungen soll laut Arnold vermittelt werden: "Krieg ist das Schlimmste, was einem passieren kann."

Nürnberg ist laut dem Bunkerexperten Arnold von Kellern und Bunkern durchzogen wie keine zweite deutsche Stadt. Hintergrund sind die vielen Bierkeller aus dem Mittelalter, die zu Kriegszeiten zu Schutzräumen ausgebaut wurden. Der Verein erhofft sich noch weitere Meldungen unerforschter Bunker.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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