Wintersport in Bayern Mediziner: Nein zu Skibetrieb vorerst richtige Entscheidung

Liftbügel eines Schlepplifts hängen im geschlossenen Skigebiet in der Luft. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Einige Mediziner sehen die temporär beschlossene Schließung der Skilifte in Bayern und damit das vorläufige Aus für den Wintersport als richtigen Schritt an. "Aus epidemiologischer Sicht sind das vernünftige Maßnahmen - so weh sie verständlicherweise vielen Menschen tun. Wir müssen jede Art von Massenveranstaltung vermeiden", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing.

Laut Clemens Wendtner ist anzunehmen, "dass die Verbreitung des Virus über die Aerosole auch im Freien gut funktioniert, wenn man am Skilift oder insbesondere in Skigondeln eng zusammen steht beziehungsweise sitzt", sagte Wendtner, der vor zehn Monaten die ersten Corona-Patienten Deutschlands behandelt hatte. Eine Verbreitung durch Après-Ski-Events wie im Frühjahr in Ischgl, obwohl eigentlich verboten, sei zudem bei Öffnung von Skigebieten nicht völlig auszuschließen. Auch auf Skitouren solle ausreichend Abstand zum Vordermann eingehalten werden, um nicht in der Aerosol-Fahne zu laufen. Wendtner riet, zu Tourengehern aus anderen Gruppen vorsorglich den bekannten Abstand mindestens zu verdreifachen, also rund fünf Meter einzuhalten.

Der Argumentation hatten bereits zuvor die Betreiber von Skigebieten mit Verweis auf die zwischenzeitlich entwickelten Hygieneregeln widersprochen. Unterstützung bekamen die Skiliftbetreiber außerdem Unterstützung von den Freien Wählern, die an der Regierung beteiligt sind und unter anderem das Wirtschaftsministerium halten.

In Bayern dürfen Skilifte, Seilbahnen und die dazugehörige Gastronomie während des Lockdowns nicht öffnen. Die Schweiz und Österreich wollen ihre Skigebiete hingegen nicht schließen.

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