Kommunen Zweimal - und nie wieder? Der G7-Gipfel auf Schloss Elmau

Scholz und Co. posieren für das traditionelle G7-Familienfoto. Ist es das letzte auf Schloss Elmau? Foto: Michael Kappeler/dpa

Aller guten Dinge sind drei. Für den G7-Gipfel in Oberbayern gilt das nicht - zumindest aus Sicht der Einheimischen. Sie sind froh, wenn jetzt wieder Normalität einkehrt.

Polizei, Polizei, Polizei - das ist das Bild, das für viele Einheimische vom G7-Gipfel auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen bleibt. Wochenlang war der Ort am Fuß der Zugspitze von Einsatzkräften in Beschlag genommen. Nun atmet er auf.

Die Normalität kehrt zurück. Allerdings wird es dauern, bis die Kilometer langen Zäune, die mobilen Toiletten und hunderte Container abgebaut sind. Bis die Profi-Eishockey-Mannschaft ihr Stadion wieder nutzen kann, wird es wohl Mitte August werden.

Wiedersehen in sieben Jahren?

Zum zweiten Mal tagten die G7 in dem Luxus-Hotel mit Blick auf das Wettersteingebirge. Zum zweiten Mal hat alles bilderbuchartig geklappt. Kommt das Spektakel nun in sieben Jahren wieder?

Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte die Einheimischen im Mai beruhigt, der Gipfel werde nun nicht alle sieben Jahre in die Region kommen. "Wir erwarten eher, dass es das nächste Mal mal woanders stattfindet", sagte nun auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Aber Berlin entscheidet. Ganz aus der Welt ist das Thema nicht.

Schlossherr Dietmar Mueller-Elmau, für den sich schon 2015 mit dem G7-Treffen ein ehrgeiziger Traum erfüllte, dürfte nichts gegen eine Neuauflage haben. "Ich habe dieses Hotel so gebaut, dass es perfekt ist für einen G7-Gipfel", sagte er im Mai. "Von mir aus kann das jedes Jahr stattfinden. Aber ich habe das ja nicht zu entscheiden."

Dritter Gipfel in dieser Form "nicht wünschenswert"

Die Antwort Einheimischer auf die Frage nach einem neuen Gipfel klingt anders: "Bitte nicht!", "auf keinen Fall!". Die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, Elisabeth Koch (CSU), sagt: "Denkbar ist alles, wünschenswert wäre ein dritter G7-Gipfel in diesem Format in meinen Augen nicht."

"Der Marketing-Effekt ist unbezahlbar", sagt Daniel Schimmer, Manager des Hotels Garmischer Hof. Doch den brächten auch sportliche Großereignisse. Auch wenn 2015 die Gästezahlen etwas stiegen: "Wir hatten den Gipfel zwei Mal. Ich denke, das ist genug". Die Menschen habe das Ereignis belastet.

Die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum, Michaela Nelhiebel, die auch Ferienwohnungen vermietet, findet: Von Klimaschutz, einem der Hauptthemen des Gipfels, sei nichts zu spüren gewesen. Die Polizei sei ständig "in Hunderterstärke durch den Ort" gefahren, habe stehend den Motor laufen lassen, Generatoren hätten Strom erzeugt - "in Zeiten des Klimaschutzes eine Katastrophe".

Positive Bilanz der Polizei

Was bleibt, dürfte aber eher die positive Bilanz der Polizei sein: Gerade mal etwa zwei Dutzend Festnahmen, keine brennenden Autos, nicht eine einzige Fensterscheibe ging zu Bruch. Manche sprachen schon 2015 vom "friedlichsten Gipfel" aller Zeiten. Noch etwas könnte für einen weiteren Gipfel im Werdenfelser Land sprechen: Man kennt die Region, kennt sogar die Zahl der Gullydeckel, die versiegelt werden müssen.

Bleibt die Frage, ob Bergidylle und Begrüßungsbilder in oberbayerischer Tracht mit Gamsbart, Lederhose und Dirndl die Welt ein weiteres Mal begeistern. Der Gastronom Schimmer meint: "Deutschland hat andere schöne Orte zu bieten - nicht ganz so schöne wie Garmisch natürlich - aber auch schön. Deshalb bin überzeugt, dass die Bundesregierung es da nächste Mal an einem anderen Ort stattfinden lässt."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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