Diesmal war es anders. Mehr als die ritualisierte Empörung, wenn Russland wieder einmal gegen internationale Regeln verstoßen hat. Mit ihrer Dramaturgie und den für ihre Verhältnisse ungewohnt harschen Worten in Richtung Moskau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Erwartungen geweckt.

Wenn der Kreml für den Nervengiftanschlag auf den prominenten Oppositionellen Alexej Nawalny nicht eine schlüssige Erklärung liefern kann, die die Verdachtsmomente gegen den russischen Staat entkräftet (doch wie sollte die aussehen?), muss auf das Verbrechen eine Antwort erfolgen, die über das übliche Diplomatenausweisungsgeplänkel deutlich hinausgeht.