Kommentar zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin Unnötiges Futter für die AfD

Weder verbale Entgleisungen von Rechtspopulisten noch der Dauerzoff an der Spitze können der AfD derzeit etwas anhaben. Der Partei gelingt es nach wie vor, den Unmut der Bevölkerung über die Politikelite zu kanalisieren. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wartet wohl der nächste Triumph: Die AfD könnte in zwei Wochen sogar als Sieger aus der Abstimmung hervorgehen und sich damit im deutschen Parteienspektrum endgültig etablieren – ohne selbst Problemlösungen anzubieten.

Das braucht sie derzeit auch gar nicht, um die Gunst vieler Wähler für sich zu gewinnen. In Mecklenburg-Vorpommern liefern die Regierenden von SPD und CDU immer wieder unnötig Futter, das es der AfD ermöglicht, alte Reflexe gegen „die da oben“ zu reaktivieren. Ministerpräsident Erwin Sellering und CDU-Kontrahent Lorenz Caffier halten sich selbst in der heißen Wahlkampfphase mit gegenseitigen Attacken auffällig zurück, der Sozialdemokrat lobt ausdrücklich das Flüchtlingsmanagement seines Innenministers. Der Eindruck täuscht nicht: SPD und CDU haben sich in der gemeinsamen Regierung eingerichtet – und das seit zehn Jahren.

Doch die Mehrheit bröckelt, gerade weil die AfD im Zuge der Flüchtlingskrise weiter massiv Bürger an sich ziehen kann. SPD und CDU haben noch immer kein Gegenmittel gefunden. Bei der Landtagswahl werden die Regierenden das wohl schmerzlich zu spüren bekommen.

 

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