Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Der Bahn-Vorstand und der unerschrockene Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, haben sich tatsächlich auf einen Tarifvertrag geeinigt. Warum nicht gleich so, möchte man ausrufen. Warum mussten Reisende und Pendler erst in drei Streikrunden so in Mitleidenschaft gezogen werden, warum musste den Unternehmen, die auf Gütertransport per Schiene angewiesen sind, ein immenser Schaden entstehen? Warum hat sich die Konzernführung so lange quergestellt, obwohl sie wusste, dass Weselsky ein harter Knochen ist, der sich nicht über den Tisch ziehen lässt. Er geht als Sieger aus dem Konflikt.

Dass es endlich zu einer Lösung gekommen ist, haben die Bahnkunden auch der norddeutschen Gelassenheit der beiden Regierungschefs von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Stephan Weil und Daniel Günther, zu verdanken.