Es war ein ziemlich waghalsiges Manöver, als Frank-Walter Steinmeier im Frühjahr ankündigte, er stehe für eine zweite Amtszeit im Schloss Bellevue bereit. Damals hätte noch niemand darauf gewettet, dass seine SPD größeren Einfluss auf die Wahl des Staatsoberhauptes haben würde, Kanzlerkandidat Olaf Scholz galt als tragische Figur, sein Unterfangen erschien aussichtslos. Doch Steinmeiers Rechnung ist aufgegangen.

Sozialdemokrat Scholz führt die Regierung, und der erste Ampel-Koalitionspartner hat offiziell sein Bekenntnis zu Steinmeier abgegeben: Die FDP will ihn in der Bundesversammlung wählen.