Nie zuvor hat ein amerikanischer Präsident dermaßen unverhohlen mit der Aufkündigung der transatlantischen Solidarität gedroht, wie Donald Trump dies schon vor seinem Amtsantritt getan und seither mehrfach wiederholt hat. Die Nato trägt schwer an diesem Trauma.

Gut zwei Wochen vor den US-Wahlen war das Brüsseler Treffen der Verteidigungsminister deshalb von Zurückhaltung und Verunsicherung geprägt. Keiner weiß, ob im Falle von vier weiteren Jahren mit Trump im Weißen Haus das Bündnis noch eine Zukunft hat. Der US-Präsident führte sich nicht nur wie der Herr der Allianz auf, er hinterließ auch tiefe Verunsicherung, weil er weder eine Strategie noch eine Zielrichtung hatte.