German Angst ist legendär, und die Deutschen machen ihrem Ruf oft alle Ehre. Ob Gentechnik oder Atomkraft - vieles, was in anderen Ländern nicht einmal Besorgnis auslöst, verursacht hierzulande Unbehagen. Kein Wunder, dass die Ängste der Deutschen auch für die Wissenschaft ein Thema sind. Mit überraschenden Ergebnissen: Selbst in der Pandemie herrscht eine bemerkenswerte Nüchternheit, die Macher der Langzeit-Umfrage "Die Ängste der Deutschen" bescheinigen den Bundesbürgern Realismus. Sie seien doch keine Angsthasen, sondern reagierten pragmatisch auf konkrete Bedrohungen. Wenn sie also Bilder aus den Flutgebieten sehen, wachsen die Sorgen vor dem Klimaschutz.

Was aber ist, wenn die Katastrophe in den Nachrichten weiter in den Hintergrund gerückt ist? Wird dann auch die Einsicht in schärfere Klimaschutz-Maßnahmen nachlassen? Und wie groß wird die Bereitschaft, sie mitzutragen, noch sein, wenn klar wird, dass sie richtig ins Geld gehen? Schließlich treibt die Deutschen mit Blick auf die Corona-Krise vor allem die Sorge um, dass ihre Bewältigung zu höheren Steuern oder geringeren Sozialleistungen führen könnte. Die hohen Preise beim Tanken zum Beispiel sind erst ein kleiner Vorgeschmack darauf, was in Sachen Klimaschutz-Kosten auf die Bürger in einem Industrieland auf dem Weg in die CO2-Neutralität noch zukommt.