Sehen und gesehen werden. Das ist beileibe keine neue Modeerscheinung. Dennoch hat dieses Leitmotiv in Zeiten von Instagram, Facebook und Co. eine völlig neue Dimension erreicht. Insbesondere junge Menschen sehnen sich dabei nach ihrem ganz persönlichen Social Media-Rampenlicht. Es macht den Anschein, als würden sie sich nur noch über Follower und Likes definieren. Ein Kommentar über die Schattenseiten der vermeintlich sozialen Netzwerke.

Es wirkt bisweilen surreal, was man auf Plattformen wie Instagram oder Facebook zu sehen bekommt. Ein Blick durchs weite virtuelle Rund genügt und man findet ein künstliches Kuriositäten-Kabinett. Einzig Authentizität sucht man bei dieser Form der Selbstinszenierung mitunter vergeblich. Vor allem junge Frauen scheinen auf der täglichen Jagd nach Likes und Followern nahezu alles in Kauf zu nehmen. Individualität wird dabei zur Rarität. Künstliche Brüste, künstliche Nägel, hier ein bisschen Botox, Tattoos von oben bis unten und dann gilt es, sich in möglichst knappen Outfits zu präsentieren.

Davon fühlt sich inbesondere ein gewisses männliches Klientel magisch angezogen. Schlüpfrige Kommentare und Privatnachrichten lassen nicht lange auf sich warten. Die jeweiligen Männer wittern ihre Chance, mit der attraktiven Influencerin der Wahl wenigstens ein bisschen zu flirten. Dazu kommt es natürlich nicht. Denn tatsächlich geht es nur um Reichweite, um Geld und natürlich darum, das Ego aufzupolieren. Um mit ihren allzu aufreizenden Bildern Geld zu verdienen, nutzen Influencerinnen Plattformen wie Instagram lediglich als Zwischenstation. Dort geben sie einen ersten Vorgeschmack und weisen dann darauf hin, dass es auf ihren Privatseiten bei Portalen wie Patreon oder OnlyFans mehr zu sehen gibt. Spätestens dann geht für den heimlichen Internet-Verehrer nichts mehr kostenlos, denn hierbei handelt es sich um zahlungspflichtige Portale.

Sind das die neuen Vorbilder für die Jugend? Was renommierte Schönheitschirurgen dazu berichten, macht mitunter sprachlos.