Warum steigende Inzidenzen kein Wunder sind, es aber wären, wenn dieser Lockdown wirken würde.

Man wundert sich im Grunde nur noch: Handel zu, Gastronomie zu, und weil Johannes Zeindlmeier von der Straubinger Werbegemeinschaft regelmäßig mitzählt, wissen wir genau, seit wie vielen Tagen schon: "Guten Morgen Straubing", hat Zeindlmeier am Dienstag nach Ostern gepostet, "seit 112 Tagen ist der Handel und seit 156 Tagen die Gastronomie geschlossen. Danke dafür nach München und Berlin." Und obwohl also Handel und Gastronomie schon so lange geschlossen sind, damit die Inzidenzen nicht steigen, steigen die Inzidenzen. Das soll einen nicht wundern?

Man könnte nun sagen: Vielleicht läge die Inzidenz in Straubing nicht bei 120, wenn alles offen wäre. Vielleicht läge sie dann bei 390? "There's no glory in prevention", sagt Drosten, Präventionserfolge nimmt keiner wahr. Aber nehmen wir Hof, Deutschlands Inzidenz-Rekordstadt: Die meisten Ansteckungen, sagt die Oberbürgermeisterin dort, gibt's "im privaten Bereich, in den Familien und im Bekanntenkreis". So ist das überall. "Straubinger Polizei verteilt Anzeigen wegen Corona-Verstößen" ist eine regelmäßige Meldung, "Polizei löst mehrere Feiern in Straubing auf" auch, und vorgestern war: "Unerlaubte Geburtstagsparty in der Kreuzbreite." Das wird so weitergehen. Deshalb wird die Inzidenz steigen.

Waren Sie noch nie privat in einer Situation, in der Sie dachten: "Käme jetzt Polizei, hätten wir ein Problem"? Ich schon. Nicht oft, aber doch. Niemand hält sich über Monate an all diese Regeln. Aber was hilft da der Lockdown für den Handel? Warum lässt man Menschen mit Maske und Abstand nicht zum Wöhrl oder Hafner?