Körperspender in Regensburg 15 Leichen für die Wissenschaft

An einem Präparat arbeiten in der Regel sechs bis acht Studenten. Professor Ernst Tamm (rechts) steht für Fragen jederzeit zur Verfügung. Foto: Franziska Hofmann

Für die Ausbildung angehender Ärzte werden Menschen zu Präparaten. Dafür braucht es Freiwillige, die ihren Körper der Medizin vermachen. Günter und Gabriele Stiegler haben sich entschieden.

Im Raum 3.0.01 riechen die Toten nach Plastik. Es ist der Geruch nach Formalin, der dem Besucher im Präpariersaal der Universität Regensburg als Allererstes entgegenschlägt. 15 Leichen liegen aufgebahrt auf schmalen Metalltischen, die Fenster sind verhüllt oder aus Milchglas. Für frische Luft sorgt nur die Lüftung, die im Hintergrund surrt, manchmal röchelt und sich hin und wieder verschluckt. Sie macht den Geruch erträglich.

Die Toten liegen in Reih und Glied in der Mitte des Raumes, die Decke ist auf dicke Pfeiler gestützt. An ihr verlaufen lange Reihen aus Neon-Leuchtstoffröhren, ihr Licht erleuchtet den Saal. Noch sind die Körper von milchig-weißen Plastikfolien verhüllt. Unter der Folie zeichnen sich nur die Umrisse von Kopf, Brustkorb und Fußspitzen ab. An einem Freitag um 10.30 Uhr beugen sich 120 Medizinstudenten in weißen Kitteln über die Toten. Sechs bis acht Studenten arbeiten gleichzeitig an einem sogenannten Präparat. Es ist der letzte Kurstag. Heute widmen sich die Studenten noch Kopf und Hals der Spender.

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading