Köln Das war die Gamescom 2019

Schon am ersten Gamescom-Tag standen die Spieler bei "Cyberpunk 2077" an. Foto: Oliver Berg/dpa

Streckenweise wirkt die Gamescom in diesem Jahr richtig leer. Große Hersteller wie Blizzard Entertainment ("World of Warcraft") bleiben der Spielemesse fern, weil sie gerade nichts im Angebot haben oder auf neue Hardware warten. Das ist aber gar nicht schlecht, denn so bekommt man als Besucher einen guten Eindruck darüber, wie vielfältig die Gamesbranche mittlerweile ist.

Abwesende Hersteller

Kein Blizzard, kein Warner Interactive und Electronic Arts mit kleinerem Stand: Viele große Hersteller sitzen die diesjährige Gamescom aus. Das gibt kleineren und mittelgroßen Entwicklern die Möglichkeit, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Ausgenutzt hat das unter anderem Hideo Kojima, der Mann hinter der legendären "Metal Gear Solid"-Reihe.

Nachdem er sich mit seinem bisherigen Entwicklerstudio Konami zerstritten hatte, beschloss Kojima, sein nächstes Projekt alleine herauszubringen. Das Ergebnis: "Death Stranding" (erscheint am 3. November für Playstation 4), ein Spiel mit mysteriöser Geschichte und vielen Hollywood-Stars - wie etwa Norman Reedus, bekannt aus "The Walking Dead".

Mit ihm als Hauptcharakter übernimmt der Spieler Kurierfahrten durch eine zerstörte USA, in der ein mysteriöser Regen alles altern lässt. Wer Hideo Kojima kennt, weiß aber, das wird noch lange nicht alles sein.

Cyberpunk

Neonfarben, Punkmusik und wilde Haarschnitte - die Punkästhetik der 80er Jahre ist wieder in. Spielehersteller haben aber nicht nur diesen Stil wieder für sich entdeckt, sondern auch das "Cyberpunk"-Genre. Allen voran CD Project Red mit "Cyberpunk 2077" (erscheint am 14. April 2020 für PC und alle großen Konsolen). Die Geschichte des Action-Rollenspiels hört sich an wie eine Blaupause für das Cyberpunk-Genre.

Als Söldner V muss der Spieler in der Megastadt Night City Aufträge für rivalisierende Gangs und Konzerne übernehmen. Dabei ist er genauso oft in der echten Welt zu Gange wie im Cyberspace, denn wie V seine Missionen erledigt, entscheidet der Spieler. Selten geht es dabei aber ohne Gewalt zu, was dem Spiel wohl eine Altersfreigabe ab 18 Jahren bescheren wird.

Jugendfreundlicher wird da das Spiel "Gamedec" (erscheint 2020 für PC und Konsole) sein: Hier knobelt sich der Spieler als Detektiv durch futuristische Fälle, die ihn durch virtuelle Spielwelten führen, in denen seine Kunden ihr Leben verbringen.

Retro

Viele Hersteller setzen mittlerweile auf Nostalgie. Ob es nun Sega ist, die mit dem "Mega Drive Mini" die Kultkonsole aus den 90er Jahren wieder auferstehen lassen, oder der kleine Drache Spyro, dessen Abenteuer in einer aufgemotzten Version für die Nintendo Switch erhältlich sein werden: Wer die guten, alten Spielezeiten erleben will, hat gerade viele Möglichkeiten.

Highlight dieses Retrotrends dürfte das Spiel "Legend of Zelda: Links Awakening" (erscheint am 20. September für die Nintendo Switch) werden. Das Spiel ist eine Eins-zu-Eins-Umsetzung des Klassikers für den Gameboy mit neuer Grafik. Ein Vorteil der alten Spieleästhetik: Sie ist längst nicht so aufwendig zu programmieren wie der topmoderne Spielelook. Das gibt kleineren Teams die Möglichkeit, auch ihre vielfältigen Spieleideen zu verwirklichen. Apropos …

Indie-Games

Mit einem eigenen Areal nur für kleine Entwickler zeigt die Gamescom, dass Indie-Games mittlerweile sehr gut mit ihren großen Cousins mithalten können. Kleine Teams, verrückte Ideen, innovative Konzepte: Wer Abwechslung für die Spielesammlung sucht, wird meist abseits der großen Entwickler fündig.

Ein niedliches Beispiel ist "Conan Chop Chop" (erhältlich ab 3. September für PC und Konsole). Bis zu vier Spieler können sich zeitgleich durch die niedliche Version der Fantasy-Reiche von "Conan, der Barbar" kämpfen, finstere Monster besiegen und Schätze bergen. Als Studentenprojekt geplant, gab Spielehersteller Funcom dem Entwickler die Lizenz für Conan und vertreibt das Spiel. 

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