Kloster Massing in Bildern Ehrenamt trifft Denkmalschutz

Im Besitz des Marktes Massing: das ehemalige Kloster.
Im Besitz des Marktes Massing: das ehemalige Kloster. Foto: Andreas Reichelt

Das ehemalige Kloster in Massing hat eine lange Tradition. Früher waren dort Ordensschwestern untergebracht, die in Schule und Kindergarten tätig waren. Da es sich im Besitz der Marktgemeinde befindet, wurde nun ein Verein gegründet, um das Gebäude zu pflegen und den Bürgern wieder zugänglich zu machen.

Mit meiner Kamera folge ich zwei Gründungsmitgliedern des Klostervereins Massing e. V. die Treppen zum ehemaligen Kloster hinauf. Unter einem schmiedeeisernen Bogen hindurch kann ich zwischen dichtem Blätterdach das altehrwürdige Gebäude sehen. Das neugotische Bauwerk ist mit Treppengiebeln ausgestattet und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet.

Doch wie kam es zur Gründung eines Arbeitskreises, der mittlerweile als Verein aktiv ist? „Die Idee ist dadurch entstanden, dass der Markt Massing einen Kaufbewerber für das Kloster gefunden hatte und beabsichtigte, das Gebäude eventuell zu verkaufen“, erzählt Vereinsvorstand Wolfgang Laumer. „Das ist ein wichtiges Gebäude mit ansprechender, sinngebender Tradition. Da mussten wir uns was überlegen. Wir haben dann im Marktrat selbst einen Arbeitskreis gegründet.“

Andrea Zeiler, Schriftführerin des Klostervereins, erzählt von ihren persönlichen Erfahrungen im Haus. Nachdem wir die Treppe in den ersten Stock erklommen haben, betreten wir einen großen Raum, der schon lange leer zu stehen scheint. „Das war das alte Klassenzimmer“, sagt sie. „Hier bin ich zur Schule gegangen. Und das hat mich geprägt.“

Wir gehen weiter durch die Räume, sehen die spartanischen Zimmer der Ordensschwestern und ahnen, wie das Leben damals gewesen sein muss. Doch das Gebäude besitzt durchaus Potential und einen gewissen Charme.

Großer Renovierungsbedarf

Die Beteiligten haben sich überlegt, welche Funktion solch eine Einrichtung künftig haben könnte. Es wurden diverse Konzepte erstellt. Das Wichtigste: Das ehemalige Kloster sollte für die Bürger wieder zugänglich werden.

Doch dafür muss noch viel verändert werden. Während wir durch die einzelnen Räume gehen, erhalte ich einen Einblick in den tatsächlichen Sanierungsbedarf. Und der ist auch für Laien wie mich als erheblich identifizierbar. Im Keller begegnen uns mehrere Kröten. „Die ersten Bewohner sind schon wieder eingezogen“, schmunzelt Josef Schreiner, ebenfalls Vorstandsmitglied des Vereins. Als Ortsheimatpfleger ist er mit den Vorgaben durch die Behörden vertraut, die den Denkmalschutz beaufsichtigen.

„Wir haben sehr engen Kontakt mit den Denkmalämtern. In diesem Fall mit dem unterirdischen Denkmalamt in Regensburg, das für den Hügel zuständig ist, und mit dem oberirdischen Denkmalamt in München, das für das Gebäude zuständig ist“, erklärt er. Er scheint mein Stirnrunzeln zu bemerken und fügt daher hinzu: „Beides sind eingetragene Denkmäler.“

Der Hügel sei vor rund 1.000 Jahren künstlich aufgeschüttet worden und war ursprünglich von einem Graben umgeben. Ein Teil davon ist im sogenannten „Hofbauerweiher“ noch zu sehen. Auf alten Bildern könne man ihn sogar vollständig betrachten.

Burgen im Ort

Über die Jahrhunderte hinweg sollen in dem kleinen Ort drei Burgen gestanden haben. Man ist sich relativ sicher, dass das Kloster auf einer der Burgruinen erbaut wurde. Im 12. oder 13. Jahrhundert soll die Burg oder das Schloss hier gestanden haben. Um dies weiter zu erforschen, seien allerdings Grabungen nötig. Doch da auch der Hügel selbst als Denkmal klassifiziert ist, hat das zuständige Amt hier einen Riegel vorgeschoben. „Da dürfen wir überhaupt nichts machen“, sagt Wolfgang Laumer. „Der ist so gut wie heilig. Da dürfen wir nicht einmal dran kratzen.“

Zufällig ist man auf ein altes Modell gestoßen, in dem versucht wurde, nach einer alten Planierungsskizze und den gefundenen Mauerresten die Burg darzustellen. „Massinger Schloßberg“ ist es tituliert.

Lesen Sie den vollständigen Artikel im NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 9.

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