Klimaprotestbewegung Die Verbindung zu "Fridays for Future"

5. Hängt "Extinction Rebellion" mit "Fridays for Future" zusammen?

Das ist schwer zu sagen, weil es sich in beiden Fällen um dezentral organisierte Bewegungen handelt, deren zahlreiche Ortsgruppen meist sehr unabhängig voneinander agieren. Sicher ist, dass Greta Thunberg bei der ersten großen Aktion von "Extinction Rebellion" in London auftrat und eine Rede hielt. Im April 2019 besuchte die junge Schwedin erneut eine "XR"-Veranstaltung. Dort sagte sie: "Wir haben uns heute versammelt, weil wir gewählt haben, welchen Weg wir nehmen wollen. Und jetzt warten wir darauf, dass die anderen unserem Beispiel folgen." Extinction Rebellion und die Teilnehmer der Schülerproteste seien diejenigen, die einen Unterschied machten. "Wir werden niemals aufhören, für diesen Planeten und für uns selbst, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder und Enkel zu kämpfen." Bei der besagten Veranstaltung, die im Rahmen fünftägiger Proteste stattfand, wurden etwa 600 Aktivisten verhaftet.

Beim aktuellen Protest in Berlin sprach auch Luisa Neubauer von Fridays for Future am Potsdamer Platz vor den Demonstranten. "Wir brauchen Menschen, die in Massen, in nie dagewesenen Massen auf die Straßen gehen und anfangen, Teil der Lösung zu werden", sagte die 23-Jährige dort.

6. Wie reagiert die Politik auf die Gruppe?

Angesichts der Proteste und Blockaden in Berlin reagierte die dort regierende SPD eher aufgeschlossen. "Ich verstehe die Ungeduld von vielen", sagte die Interims-Parteivorsitzende Malu Dreyer der Deutschen Presse-Agentur. "Natürlich gilt für alle, dass es gewaltfrei bleiben muss."

Die FDP hingegen warnte vor antidemokratischen Zügen der Bewegung. "Über die extremen Forderungen zum Klimaschutz hinaus stellen Aktivisten der Gruppierung offen die Demokratie in Frage", sagte Parteichef Christian Lindner der dpa. "Klimaaktivisten und Grüne sollten sich von den antidemokratischen und teils totalitären Äußerungen aus dieser Gruppierung distanzieren." Klimaschutz sei keine Entschuldigung für Gewalt, die bei Blockaden ihren Ausgangspunkt nehme, sagte der Liberale.

Auch der Grünen-Politiker Boris Palmer kritisierte Extinction Rebellion. "Es gibt gute Gründe, endlich entschiedenes Handeln für den Klimaschutz zu fordern. Wer aber Demokratie und Rechtsstaat dafür über Bord wirft, wird ziemlich sicher auch den Kampf gegen den Klimawandel verlieren", sagte der Tübinger Oberbürgermeister der "Bild"-Zeitung am Montag.

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