Klimaforchung Alpenstudie zeigt stark verkürzte Schneesaison

Wolken hängen über einem verschneiten Tal in Antholz, Südtirol. Foto: Matthias Schrader/AP/dpa/dpa

Die Berge der Alpen tragen im Winter viel kürzer ihr weißes Kleid als noch vor 50 Jahren. Das hat Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen – und auf die Wirtschaft.

Wien - Die Berge der Alpen sind laut einer Langzeitstudie im Winter wesentlich kürzer weiß als noch in den Siebzigerjahren.

Die Schneesaison unterhalb von 2000 Metern sei je nach Höhenlage und Region um 22 bis 34 Tage kürzer geworden, berichteten Forschern unter der Leitung des Südtiroler Instituts Eurac Research in Bozen am Donnerstag. Für die Untersuchung wurden Daten Hunderter Messstationen in Frankreich, Italien, der Schweiz, Deutschland, Österreich und Slowenien einheitlich ausgewertet.

Die Schneedecke spielt nicht nur für die Pflanzen und Tiere der Alpen eine wichtige Rolle, sondern auch für Wintertourismus, Landwirtschaft Wasserversorgung und Wasserkraft. Die Forscher aus den sechs Alpenländern untersuchten nicht den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Schneedecke. "Doch ist klar, dass der Schnee auf Grund höherer Temperaturen früher und schneller schmilzt, und Niederschlag als Regen statt als Schnee fällt," sagte Michael Matiu, der bei Eurac Research am Institut für Erdbeobachtung forscht.

Die mittlere Schneehöhe in den Monaten November bis Mai ist pro Jahrzehnt um durchschnittlich 8,4 Prozent zurückgegangen, wie die Wissenschaftler errechneten. Obwohl es Unterschiede zwischen den verschiedenen Abschnitten der Alpen gibt, waren laut der Studie die 1970er und 1980er Jahre allgemein schneereich. Danach folgte Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre eine schneearme Phase.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-878594/2

 

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