Eine kunstvolle Mischung aus Unterhaltung, Theater, Zeitgeschichte und Biopic: "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm".

Auf der Premierenfeier zur Eröffnung des Münchner Filmfests ging es nicht so frivol zu wie im Hurenhaus in Turnbridge der "Dreigroschenoper". Aber es ging hoch her nach der Vorführung von "Mackie Messer". Denn sofort prasselten Vorwürfe auf den Debüt-Filmregisseur und jahrzehntelangen Brechtologen Joachim Lang ein. Die gut zwei Stunden Film seien zu lang, die Figuren zu eindimensional, die Szenen zu künstlich. Und schnell sprang pseudofachsimpelnd die Diskussion auf ein Thema, das ganze Fachliteraturregale füllt: Bert Brechts ominöse Theater-Forderung nach dem "V-Effekt"! Denn natürlich hat Joachim Lang die Idee beherzigt, dass Schauspieler ihre Rolle nicht "sind", sondern spürbar "zeigen" sollen. Und so passiert beim Zuschauer etwas Ungewohntes: Er wird nicht mit Illusionsmitteln wattiert in das Stück oder den Film hineingesaugt. Sondern er bleibt außen vor, bleibt Beobachter. Ohne Kostüm-Parfüm und falsche Sentimentalität kapiert man mehr.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 13. September 2018.