Kernkraftwerk Isar 2 2021 das drittbeste Produktionsergebnis erzielt

Bis zum Jahresende werden noch Dampfschwaden aus dem Kühlturm von Isar 2 aufsteigen, dann wird das Kernkraftwerk stillgelegt. Foto: Horst Müller
Bis zum Jahresende werden noch Dampfschwaden aus dem Kühlturm von Isar 2 aufsteigen, dann wird das Kernkraftwerk stillgelegt. Foto: Horst Müller

Der Countdown läuft: Bis zum 31. Dezember wird das Kernkraftwerk Isar 2 noch Atomstrom produzieren, bevor der Reaktor am letzten Tag des Jahres 2022 als letztes deutsches Atomkraftwerk abgeschaltet wird. Bis dahin werde man das Kraftwerk "professionell und sicher betreiben", versichert Standortleiter Carsten Müller.

Die Messlatte für 2022 liegt hoch, denn im zurückliegenden Jahr hat das KKI 2 laut Kraftwerksbetreiber PreussenElektra "ein hervorragendes Betriebsergebnis erzielt". 2021 war Isar 2 zu 95 Prozent verfügbar und speiste rund 12,07 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Netz ein. Damit habe das KKI 2 rund 3,5 Millionen Haushalte rund um die Uhr mit CO2-armem Strom versorgt, obwohl es nahezu täglich seine Leistungen an die Anforderungen des Netzbetreibers anpassen musste und dadurch unterm Strich 8,5 Produktionstage eingebüßt hat.

"Würde man die Regelarbeit hinzurechnen, die wir durch die Drosselung unserer Leistung zur Stabilisierung des Stromnetzes verloren haben, käme man rechnerisch auf das drittbeste Produktionsergebnis seit Inbetriebnahme des KKI 2 im Jahr 1988", betont der Kraftwerksleiter. Das sei angesichts der schwierigen Corona-Situation "ein beeindruckendes Ergebnis", das nur mit einer umsichtigen Betriebsführung und einer vorausschauenden Instandhaltung zu erreichen und auf die hohe Anlagensicherheit zurückzuführen sei.

"Kein Spielraum für Schlamperei"

Carsten Müller: "Wir haben in den vergangenen 34 Jahren alles getan, um die Anlage technisch auf dem neuesten Stand zu halten - und das tun wir bis zum allerletzten Tag des Leistungsbetriebs und darüber hinaus im Rückbau. Es freut mich, dass sich unsere Sicherheitskultur und unser hoher Anspruch an uns selbst ausgezahlt haben und unsere Arbeit mit überdurchschnittlichen Betriebsergebnissen belohnt wird."

Guido Knott, Vorsitzender der Geschäftsführung des KKI-Betreibers PreussenElektra, ergänzt: "Wir lassen uns unsere Leistung im KKI nicht von einzelnen politischen Akteuren mit unqualifizierten Bemerkungen schlechtreden." Solche Aussagen seien unfair gegenüber der Betriebsmannschaft und verunsicherten die Bevölkerung. Knott: "Fakt ist, der Betrieb und Rückbau unserer Anlagen war, ist und bleibt sicher, bis zu letzten Minute."

Knott und Müller reagieren damit auf Vorwürfe der Landtagsabgeordneten Rosi Steinberger (Grüne), die unlängst ein Leck an einem Regelventil im Speisewassersystem im nicht-nuklearen Teil der Anlage zum Anlass nahm, um von einem "erneuten Störfall" im "Pannenmeiler" Isar 2 zu sprechen und den Betreiber vor Schlendrian zu warnen. Dazu erklärt KKI-Sprecher Bernd Gulich: "Bei uns gibt es keinen Spielraum für Schlamperei. Wir arbeiten hier nach dem kerntechnischen Regelwerk, da gibt es keine Kompromisse beim Thema Sicherheit."

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