Betrieb von Isar 2 Landesregierung will Laufzeitverlängerung statt Notreserve

Nicht nur als Notreserve: Die bayerische Regierung fordert, dass Isar 2 weiter normal betrieben werden soll. (Archivbild) Foto: Armin Weigel/dpa

Die von der Bundesregierung geplante Vorhaltung zweier Atomkraftwerke als Notreserve stößt in Bayern auf Kritik.

"Die Kernkraftwerke sind in der Reserve nicht mehr oder weniger eine Hochrisikotechnologie als wenn sie auch Strom ins Netz abgeben", teilte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Montagabend mit. Die Notfallreserve sei "ein schlechter Witz der Berliner Ampelkoalition". Er forderte stattdessen eine Laufzeitverlängerung der drei verbliebenen Meiler und die rechtzeitige Nachbestellung von Brennstäben.

Wegen der von Russland ausgelösten Energiekrise in Europa sollen von drei verbliebenen Atomkraftwerken in Deutschland zwei bis Mitte April als Notreserve dienen. Die beiden AKW Isar 2 und Neckarwestheim sollen demnach bis Mitte April 2023 noch zur Verfügung stehen, um falls nötig, über den Winter einen zusätzlichen Beitrag im Stromnetz in Süddeutschland 2022/23 leisten zu können.

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Auch Umweltminister Thorsten Glauber sieht in der Kaltreserve "keine gute Lösung", wie er am Montagabend mitteilte. "Ein Kernkraftwerk ist kein Notstromaggregat", sagte der Politiker der Freien Wähler. Es gehe um komplexe Vorgänge. Das müsse genau geprüft werden.

Die CSU-Fraktion im Landtag schloss sich der erneuten Forderung nach einer Laufzeitverlängerung an. "Die Atomkraftwerke begrenzt bis zum Frühjahr 2023 nur als Notreserve weiterlaufen zu lassen, ist nicht ausreichend", sagte der Fraktionsvorsitzende Thomas Kreuzer. Man könne es sich momentan nicht leisten, auf eine bestehende Energieressource zu verzichten. Es sei "ein Irrwitz, dass ausgerechnet die Grünen jetzt lieber klimaschädlichen Kohlestrom nehmen als CO2-neutralen Atomstrom", sagte Kreuzer.

 
 
 

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