Kennzeichen "R-OY 111" Ein Regensburger fährt das letzte Auto von Roy Black

Herbert Feldbauer hat das letzte Auto von Roy Black vor der Schrottpresse bewahrt. Foto: Feldbauer

Herbert Feldbauer ist ein Autoliebhaber. Doch während andere von einem Ferrari träumen, begeistert sich der 29-jährige Radiomoderator aus Regensburg eher für ältere Fahrzeuge. Sein neuestes Projekt: Der Volvo, den der Schlagerstar Roy Black kurz vor seinem Tod noch gefahren haben soll. 

419.000 Kilometer auf dem Buckel, Rost am Unterboden und dennoch ist der 29 Jahre alte Volvo 940 GL ein wahres Schmuckstück für Herbert Feldbauer. Wir haben mit ihm über Roy Black, die Leidenschaft für alte Autos und sein ganz besonderes Kennzeichen gesprochen.

Herr Feldbauer, sind sie eigentlich Roy Black Fan?

Herbert Feldbauer: Ich bin nicht direkt großer Roy Black Fan, sondern in erster Linie Autosammler beziehungsweise Auto-Fan. Da kommt diese Leidenschaft her. Aber ich schätze ihn schon als Musiker.

Sie haben Roy Blacks letztes Auto vor der Schrottpresse gerettet. Wie kam es dazu?

Letztes Jahr habe ich aus Langeweile einfach mal „Roy Black“ und „Volvo“ gegoogled. Da bin ich auf eine E-Bay-Anzeige gestoßen, die schon über ein Jahr abgelaufen war. Dann habe ich den Verkäufer kontaktiert und gefragt, ob das Auto noch da ist. Und das Auto stand tatsächlich immer noch auf dem Hof des Verkäufers. Es war schon mit Gras eingewachsen und ein Wespennest war im Motorraum. Das Auto stand da schon zwei Jahre draußen und war in einem ziemlich schlechten Zustand. Es hatte auch schon Rost am Unterboden. Der Motor lief nicht. Das war gerade noch an der Grenze, dass man das Auto überhaupt noch retten kann.

Woher waren Sie sich sicher, dass Roy Black das Auto mal gefahren hat?

Im Fahrzeugbrief ist tatsächlich die Historie sichtbar. Das Auto wurde zunächst auf die Lisa Film GmbH zugelassen. Das ist die Produktionsfirma, die auch die Serie „Ein Schloss am Wörthersee“ produziert hat. Das war 1991 - dem Jahr seines Todes. Roy Black soll das Auto genutzt haben, um zu den Dreharbeiten am Wörthersee zu fahren. Nach seinem Tod wurde das Auto auf seine Lebensgefährtin geschrieben und wenig später dann auf seinen Bruder Walter Höllerich. 

Sie und ihr Bruder sind ja Autoliebhaber: Wie lange hat es gedauert, bis Sie fertig mit der Restaurierung des Wagens waren?

Ursprünglich kam unsere Autoleidenschaft ja von meinem Vater. Der hat in den 60er Jahren Kfz-Mechaniker gelernt. Deswegen sind wir auch mit Autos groß geworden und können uns da etwas helfen. Mein Bruder hat sich damit noch etwas mehr beschäftigt. Darum hab ich ihn gebeten, mir zu helfen. Letztes Jahr im August/September haben wir das Auto gekauft. Und danach haben wir etwa ein Dreivierteljahr immer wieder daran rumgebastelt, wenn Zeit war.

Ist das Auto wieder fahrtüchtig?

Ja, wir haben wieder einen TÜV bekommen. Das läuft jetzt wieder. Ich hab es mit einem Saisonkennzeichen angemeldet. Es ist ja auch kein alltägliches Auto. Im Sommer wird es ab und zu bewegt und im Winter wäre es aber wegen des Rosts und des Salzes nichts.

Sie haben auch ein besonderes Kennzeichen.

Ja. Ich wohne in Regensburg und habe dann geschaut, was als Kennzeichen in Frage kommt. So ein „R-OY“ passt wunderbar und dann war auch noch eine Schnapszahl frei. Das habe ich dann schon während der Restaurierung reserviert.

Was ist für Sie das besondere an dem Volvo 940 GL?

Nächstes Jahr wird das Auto zum 30. Todestag von Roy Black auch 30 und damit zum Oldtimer. Die alten Volvos haben den Ruf, sehr robust zu sein und scheinbar ist das Auto das auch. Er hat ja auch schon über 400.000 Kilometer auf dem Tacho und läuft immer noch. Es ist auch ein sehr geräumiges Auto und dieses Kastenförmige ist heutzutage auch etwas Außergewöhnliches.

Wenn Sie Ihren Volvo ausfahren, wo geht es dann meistens hin?

Einfach ein bisschen in der Region herum. Oder zu meinen Eltern. Die wohnen im Landkreis Cham. Meine Lebensgefährtin kommt aus Wiesenfelden im Landkreis Straubing-Bogen. Da fahren wir auch mit meinen Töchtern gerne hin und her. Aber es ist kein Auto, das ich alltäglich nutze, sondern meist nur mal am Wochenende.

Ihr Herz schlägt ja für Autos: Haben Sie noch weitere Liebhaberstücke?

Ich habe noch einen amerikanischen Bus, einen Chevrolet Van, so einen, wie das A-Team hatte, nur etwas moderner. Und dann habe ich noch einen Mercedes aus den 90er Jahren, so eine Limousine, S-Klasse. Ist auch ein Liebhaberstück. Irgendwie habe ich ein Faible für Autos, die man nicht oft auf den Straßen sieht (lacht).

Gibt es ein Auto, dass Sie unbedingt einmal besitzen möchten?

Mein Herz schlägt eher für ältere Autos. Aber eigentlich bin ich so zufrieden. Ich liebe meinen amerikanischen Bus, mit dem ich im Sommer zum Campen fahre. Ich bin nicht so, dass ich unbedingt ein Luxusauto brauchen würde.

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