Kekskonzern Bahlsen schreibt 2018 Verluste - 2019 Gewinn angepeilt

Bahlsen machte 2018 unter dem Strich ein Minus von 3,3 Millionen Euro. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa

Bahlsen gehört zu den bekanntesten deutschen Gebäckmarken. Nun liegen die Zahlen für 2018 vor. Unter dem Strich steht ein Minus. Woran liegt das - haben die Konsumenten die Lust auf Kekse verloren?

Hannover - Der Kekskonzern Bahlsen hat 2018 mit einem Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Minus von 3,3 Millionen Euro, wie aus dem Jahresabschluss hervorgeht, der vor wenigen Tagen im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Der Umsatz ging demnach 2018 von rund 558,8 Millionen Euro auf rund 545,1 Millionen Euro zurück. Zuvor hatte das "Manager Magazin" über die Zahlen berichtet.

Dem Magazin zufolge soll der Grund für das Minus unter anderem darin liegen, dass Bahlsen wichtige Handelsmarken lange vernachlässigt habe. Handelsmarken sind die Eigenmarken von Supermarktketten, die ebenfalls von bekannten, großen Unternehmen hergestellt werden und qualitativ vergleichbar, aber in der Regel preisgünstiger sind.

Den Vorwurf wies ein Bahlsen-Sprecher am Sonntag zurück. "Wir haben wichtige strategische Entscheidungen getroffen, die unsere Profitabilität steigern werden." 2019 werde Bahlsen mit einem "ordentlichen Gewinn" abschließen, sagte der Sprecher. Genaue Zahlen konnte er noch nicht nennen.

Dem Vorstand der Bahlsen-Gruppe gehören nach dem Ausscheiden von Firmenpatriarch Werner M. Bahlsen 2018 derzeit drei Mitglieder an, einen Vorstandsvorsitzenden gibt es nicht. Das Unternehmen sei weiter auf der Suche nach einem CEO, sagte der Firmensprecher. Er bestätigte, dass Daniela Mündler (46) als eines der drei Bahlsen-Vorstandsmitglieder den Konzern zum 30. April auf eigenen Wunsch verlassen werde. Mündler ist unter anderem für die Belieferung von Discountern mit Handelsmarken verantwortlich. Grund für ihren Abgang seien "unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens".

Der Unternehmenssprecher verwies darauf, dass Bahlsen zum 1. November 2019 das Werk für Handelsmarken in Schneverdingen in der Lüneburger Heide an die Verdener Hans Freitag Gruppe verkauft habe. "Die Produktpalette passte nicht mehr in unsere Strategie." Das Werk sei relativ klein gewesen, dennoch werde dies 2019 zu einem Umsatzrückgang führen. "Dennoch war 2019 ein erfolgreiches Jahr, weil wir viele wichtige strategische Entscheidungen umgesetzt haben", sagte der Sprecher. Derzeit seien rund 2730 Menschen in der Bahlsen-Gruppe beschäftigt. Stellenstreichungen seien aktuell nicht geplant.

Auch die Darstellung des "Manager Magazin", es gebe in den deutschen Fabriken einen Investitionsstau, wies der Sprecher zurück. "Wir haben in großem Maß investiert." Gerade im Werk in Barsinghausen bei Hannover sei viel Geld in die Modernisierung geflossen.

Kurz vor Weihnachten hatte Bahlsen erklärt, die Umsätze im Weihnachtsgeschäft lägen auf Vorjahresniveau. Die US-Strafzölle auf bestimmte Lebensmittel träfen das Unternehmen aber hart - die Zölle seien eine große Bürde für das Exportgeschäft, zumal die USA ein vielversprechender Markt mit einem kontinuierlichen Wachstum gewesen seien.

Zuvor hatte Firmenerbin Verena Bahlsen mit Äußerungen zur Beschäftigung von Zwangsarbeitern während der NS-Zeit bei Bahlsen für Wirbel gesorgt. Kurz danach hatte Bahlsen sich für ihre Äußerungen entschuldigt.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse: