Keine Freunde mehr Durch Streit oder einen Vorfall: Darum zerbrechen Freundschaften

Auch zwischen Freunden gibt es mal Krach. Er kann auch für immer sein. Foto: Denise Zellmer

Einen Freund gehen zu lassen, kann härter sein, als sich von einem Partner zu trennen. Warum Freundschaften zerbrechen.

Freundschaften können enden, genauso wie es Beziehungen tun. Und dennoch: Einen Freund gehen zu lassen, kann härter und schmerzhafter sein, als sich von einem Partner zu trennen. Denn die beste Freundin ist die Schwester, die man sich aussucht. Hat man Stress mit den Eltern oder dem Partner, wendet man sich an sie. Egal, was passiert, mit dem oder der besten Freundin will man es als Erstes teilen. Doch eines will man nicht wahrhaben: Freundschaften sind, egal, wie sehr man es sich wünscht, nicht für immer.

Individuelle Gründe für individuelle Menschen

Selbstverständlich ist die beste Freundin etwas Besonderes. Sie sticht heraus, begleitet einen durch mehrere Abschnitte des Lebens, weiß Dinge, die kein anderer weiß. Aber auch diese Freundschaft wird sich irgendwann irgendwie verändern. Genauso individuell wie Menschen und ihre Freundschaften sind, so individuell sind letztendlich die Gründe, warum Freundschaften nicht mehr funktionieren.

1. Der Vorfall

Der erste Grund, der eine Freundschaft verändert, ist ein konkretes Ereignis. Dabei kann es sich um einen Streit, Lügen, Illoyalität oder Vertrauensmissbrauch handeln. Ab diesem Ereignis ist klar: Die Freundschaft wird nie wieder so wie bisher. Der beidseitige Umgang mit diesem Vorfall entscheidet dann darüber, ob und wie es mit der Freundschaft weiter geht.

2. Die toxischen Freundschaften

Wenn sich die beste Freundin oder deren Lebensumstände ändern, kann es sein, dass sich die Freundschaft zu einer toxischen entwickelt. Der gegenseitige Umgang tut einem mehr schlecht als gut.

3. Das Auseinanderleben

Der dritte und meiner Meinung nach schmerzhafteste Grund für das Ende einer Freundschaft ist das Auseinanderleben. Die Interessen oder Lebensumstände ändern sich abrupt oder schleichend und mit der Zeit hat man sich immer weniger zu sagen. Man lacht seltener gemeinsam, unternimmt weniger und setzt seine Prioritäten anders. Tag für Tag wird die Distanz größer und dennoch ist "Wir sind keine besten Freundinnen mehr" unmöglich auszusprechen.

Unabhängig davon, weshalb Freundschaften zerbrechen, bin ich der Überzeugung, dass es härter sein kann, kaputte Freundschaften und das letztendliche "Gehenlassen" zu verarbeiten als das Ende einer Beziehung. Schon Johann Wolfgang von Goethe sagte: "Ältere Freundschaften haben vor neuen hauptsächlich voraus, dass man sich schon viel verziehen hat." Vielleicht sollten wir uns genau das zu Herzen nehmen: dem anderen verzeihen und selbst ein besserer Freund sein. Doch genauso ist es wichtig, zu wissen, wann es Zeit ist, zu gehen.

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