Keine Angst vor Wuschel Haustiere in Corona-Zeiten

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Haustiere bei der Übertragung des Corona-Virus eine Gefahr für den Menschen darstellen. (Symbolbild) Foto: imago images / Pixsel

Das Coronavirus schürt Ängste. Darunter auch einige völlig unbegründete, zum Beispiel die Angst, dass Haustiere mögliche Überträger des Virus sein könnten. Erste Tierheime in Deutschland schlagen Alarm, weil momentan verstärkt Haustiere abgegeben werden.

Immer mehr Menschen infizieren sich in Deutschland mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2. Einige Tierbesitzer reagieren deshalb verängstigt. Sind Haus- und Nutztiere für das Virus besonders empfänglich und können sie es auch übertragen?

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) für Tiergesundheit klärt auf: „Dem Friedrich-Loeffler-Institut und dem Robert-Koch-Institut wurden bisher keine Informationen aus China oder anderen von SARS-CoV-2 betroffenen Ländern bekannt, die auf eine besondere Rolle von Haus- und Nutztieren schließen lassen.“ Ebenso gebe es keine Hinweise, dass Hunde und Katzen mögliche Überträger darstellen. Zwar würden derzeit noch tiefergehende wissenschaftliche Untersuchungen fehlen, aber erste Experimente zur Empfänglichkeit von Nutztieren wie Schweinen oder Hühnern hätten bereits begonnen. „Für die klassischen Haustiere wie Hund und Katze werden zunächst keine weiteren zwingenden Maßnahmen wie die Trennung oder Quarantäne empfohlen“, heißt es von Seiten des FLI weiter.

Stefanie Kämme, stellvertretende Leiterin des Tierheims in Straubing, sagt gegenüber idowa, dass dort bisher nicht verstärkt Haustiere abgegeben worden seien. Im Gegenteil: Man habe sogar mehrere Tiere an Familien und Paare vermitteln können. Das liege vermutlich daran, dass gerade viele Menschen mehr Zeit dafür hätten, ein Tier bei sich aufzunehmen.

Allerdings müsse man natürlich auch im Tierheim einige hygienische Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Als erste Schutzmaßnahme habe man den Besucherverkehr stark eingeschränkt. Zudem dürfen nur bereits eingetragene Personen Tierheimhunde für Spaziergänge abholen, wobei man hier darauf achte, den Kontakt zwischen den Personen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Vermittlung von Tieren erfolgt derzeit nur auf telefonische Anfrage. Zudem bietet das Tierheim an, Tiere übergangsweise zu betreuen, sollte der Besitzer wegen einer Erkrankung kurzfristig für einige Zeit stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden müssen. 

Im Falle einer Ausgangssperre für die Tiere sorgen

Auch Ilona Wojahn, Präsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern und Leiterin des Tierheims in Reisbach (Landkreis Dingolfing-Landau), berichtet, dass ihres Wissens nach bisher keine Tiere wegen des Corona-Virus in einem Tierheim in Bayern abgegeben worden seien. Die einzigen Tiere, die man aufgenommen habe, waren Fundtiere. Auch die Panik der Tierhalter halte sich bisher in Grenzen. "Bisher haben wir nur einen einzigen Anruf einer besorgten Tierhalterin erhalten. Die konnten wir jedoch schnell beruhigen", sagt Wojahn. Wie sich die Situation künftig entwickeln wird, kann sie nicht einschätzen. Allerdings müssten die Tierhalter keine Angst haben und könnten sich bei Fragen an die Tierheime wenden.

Tiervermittlungen sind derzeit nur möglich, wenn man sich für ein konkretes Tier interessiert und sich im Vorfeld telefonisch anmeldet. "Im Internet werden auf den Tierheimseiten die zu vermittelnden Tiere vorgestellt. Hier kann man auch sehen, welche Tiere bereits reserviert sind", erklärt Wojahn. Wird ein Tier vermittelt, verzichten die Heime jedoch derzeit auf die nachträglichen Besuche im neuen Heim des Tieres. Diese werden dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Nötige Tierarztfahrten finden jedoch nach wie vor statt. 

Ilona Wojahn berichtet, dass der bayerische Landesverband in engem Kontakt mit dem Gesundheitsministerium steht. "Wir setzen uns hier natürlich auch dafür ein, dass im Falle einer Ausgangssperre für die Tiere gesorgt ist." Sehr positiv fällt ihr bereits jetzt schon auf, dass sich immer mehr Helfer finden, welche die Haustierhalter in der aktuellen Situation mit Spaziergängen oder Betreuungsangeboten unterstützen wollen.

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