Kein Verbot in Bayern Kommunen im Kampf gegen Steingärten

Mit der Änderung der Bayerischen Bauordnung können Städte und Gemeinden im Freistaat das Anlegen von Steinwüsten verhindern. (Symbolbild) Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Steingärten liegen unübersehbar im Trend. Dass darunter die Artenvielfalt leidet, scheint aber nicht mehr nur Naturschützer zu interessieren. Immer mehr Bundesländer bringen Gesetzentwürfe wegen der umstrittenen Gärten auf den Weg. In Bayern schafft die Änderung der Bauordnung Abhilfe. So reagieren Städte in der Region.  

Mit der Änderung der Bayerischen Bauordnung sollen Städte und Gemeinden "aus Gründen der Ortsgestaltung" die Anlage von Steingärten künftig verhindern können. Das geht aus einer Mitteilung des bayerischen Bauministeriums auf idowa-Nachfrage hervor. Stattdessen sollen Kommunen die Begrünung von unbebauten Flächen auf bebauten Grundstücken vorschreiben können, vorausgesetzt die Anordnung ist mit höherrangigem Recht vereinbar. Damit greife das Minsterium einen Wunsch der Städte und Gemeinden auf. Ein generelles Verbot von Steingärten in Bayern sei aber nicht geplant. 

Der Naturschutzbund Nabu hatte in der Vergangenheit immer wieder größere Anstrengungen von Städten und Gemeinden im Kampf gegen Schotter- und Steingärten gefordert. Das Problem sei, dass solche Gärten nur wenige oder gar keine Pflanzen enthalten. Zudem würden häufig nicht heimische Pflanzen in die Steinbeete gesetzt, welche den hiesigen Tieren kaum oder gar keine Nahrung böten. 

Bereits im Dezember letzten Jahres hatte der Ministerrat die Änderung der Bayerischen Bauordnung auf den Weg gebracht. Seither wurde sie einmal verhandelt. Wann die Bauordnung wieder Thema im Landtag ist, ist laut Bauministerium aber noch nicht festgelegt. 

"Freiflächengestaltungssatzung" in Regensburg

Weil auch in Regensburg Steingärten immer beliebter werden, hat die Domstadt nach eigenen Angaben bereits vor einem halben Jahr unabhängig von der Neuerung an einer "Freiflächengestaltungssatzung" gearbeitet. Gründe dafür waren die bessere Luft, der Kühlfaktor im Sommer und die Entlastung der Kanalisation bei Starkregen. Die Satzung, über die man zu der Zeit im 1. Quartal 2020 abstimmen wollte, ist seit 10. Februar in Kraft. Sie wurde am 30. Januar einstimmig im Stadtrat beschlossen, heißt es vonseiten der Pressestelle der Stadt auf idowa-Nachfrage.

"Die Freiflächengestaltungssatzung ist erst Anfang 2020 in Kraft getreten und ihr Inhalt sicher noch nicht hinreichend bekannt", so die Pressestelle weiter. Daher lasse sich noch kein signifikanter Rückgang bei der Anzahl der Steingärten in der Stadt erkennen. Effekte einer örtlichen Bauvorschrift seien erfahrungsgemäß erst in den Folgejahren erkennbar. 

Beim Erlass der Satzung ging es auch darum, eine weitere Verbreitung von Steingärten einzudämmen, so die Stadt Regensburg weiter. Das Bauordnungsamt könne demnach mit der Satzung auch gegen bereits geplante Steingärten vorgehen und im Einzelfall bauaufsichtlich einschreiten.

Straubing behandelt Pflicht von naturnahen Gärten

Auch in Straubing setzt sich der Stadtrat mit Steingärten auseinander. Bündnis 90/Die Grünen und die ödp/PU haben den Stein ins Rollen gebracht. Vergangene Woche ging der gemeinsame Antrag der Fraktionen bei der Stadtverwaltung ein, in dem sie die Pflicht von naturnahen Gärten bei neuen Bebauungsplänen fordern. 

Wie die Stadt daraufhin auf Nachfrage von idowa mitteilte, werden sich die zuständigen Gremien, in diesem Fall zunächst der Bauausschuss, innerhalb von drei Monaten mit dem Thema beschäftigen. Vor einem halben Jahr sah die Stadt zumindest noch keinen Handlungsbedarf. 


 

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