Kein fremdenfeindliches Motiv Polizei legt Brandserie von Adlkofen zu den Akten

Bei drei Bränden im Dezember 2017 entstand in einem Wohnhaus in Adlkofen bei Landshut ein Gesamtschaden von über 15.000 Euro. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden, einen Täter gibt es allerdings nicht. (Symbolbild) Foto: Mathias Adam

Dreimal brannte es im Dezember 2017 in und an einem Wohnhaus einer muslimischen Familie in Adlkofen (Kreis Landshut). Zusätzliche Brisanz hatten diesen Brände erhalten, nachdem der Familienvater medial nach vorne geprescht und ein fremdenfeindliches Motiv ins Spiel gebracht hatte. Jetzt, drei Monate nach den Vorfällen, hat die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen.

Auch in Reihen der Ermittler konnte man von Anfang an nicht so recht an die Verdachtsäußerungen des Familienvaters glauben. Dieser hatte medial geäußert, dass es sich um fremdenfeindliche Taten handeln müsse. Doch wie hätte das möglich sein sollen? Die ersten beiden Brände entstanden jeweils im Inneren des Wohnhauses. Erst brannte die Couch, drei Tage später dann Kleidungsstücke im Schlafzimmer. Entdeckt wurden beide Brände von der 14-jährigen Tochter. Keine Einbruchspuren, keine Spuren von Brandsätzen, die durch eines der Fenster geworfen worden wären. 

Und siehe da, am 6. Dezember 2017 brannte es plötzlich auch erstmals außerhalb des Hauses. Diesmal wurde unterhalb der Terrasse gestapeltes Holz entzündet. 

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Danach endete die Brandserie urplötzlich. Nach "Durchführung entsprechender Präventionsmaßnahmen" durch die Polizei Vilsbiburg und die Kripo Landshut, wie Polizeisprecher Günther Tomaschko berichtet. Das bedeutet, dass die betroffene Familie entsprechend darauf hingewiesen wurde, verdächtige Beobachtungen sofort bei der Polizei zu melden. Außerdem patrouillierten in diesem Zeitraum mehrfach Streifenwagen der Polizei im Bereich der Fichtenstraße in Adlkofen. Doch auch hier keinerlei verdächtige Beobachtungen.

Drei Monate später hat die Polizei nun ihre Ermittlungen in diesem Fall offiziell abgeschlossen. Das Ergebnis wenig überraschend: "Nach Abschluss umfangreicher kriminalpolizeilicher Ermittlungen ergaben sich keinerlei Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund", bestätigt Tomaschko. Es könne jedoch "nicht ausgeschlossen werden, dass die Brände vorsätzlich gelegt wurden". Ein konkreter und hinreichender Tatverdacht hat sich jedoch im Laufe der Ermittlungen nicht ergeben. 

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