Mehr als 640 Jahre lang war das Karmelitenkloster ein religiöser Fixpunkt in der Stadtgeschichte. Bis im Sommer 2015 die Provinzleitung überraschend verkündete, dass der Konvent nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Doch wo eine Tür ins Schloss fällt, öffnet sich bekanntlich eine andere: Seit 11. Oktober 2018 ist das Karmelitenkloster in Freistaatbesitz. Der TUM-Campus soll damit einen weiteren Standort mitten im Stadtzentrum erhalten. 

Am 26. November 2016, auf den Tag genau vor fünf Jahren, übergab die deutsche Ordensprovinz der Karmeliten die Seelsorge in der Klosterkirche an die Karmelitenpater aus Indien. Das Gebäude steht seitdem im Wesentlichen leer. Geplant ist, dass der TUM-Campus mit Unterrichtsräumen und Professorenbüros hier einzieht. Auch die indischen Patres sollen in einem etwa 200 Quadratmeter großen Klosterbereich ein Zuhause finden, so wurde es vertraglich zwischen den deutschen Karmeliten und dem Freistaat vereinbart. Seitdem hat sich allerdings nicht viel getan. Die Patres warten immer noch darauf, dass der Freistaat sein Versprechen einlöst.