Kapitalerhöhung Tui will Corona-Schulden vollständig zurückzahlen

Der Bund hatte den Reisekonzern Tui mit Geldern gestützt, weil das Unternehmen in der Pandemie unter Druck geraten war. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Der Reiseanbieter möchte Kredite im Wert von über einer Milliarde Euro tilgen. Dabei soll eine Kapitalerhöhung helfen.

Der weltgrößte Reiseanbieter Tui will über eine Kapitalerhöhung 1,8 Milliarden Euro einsammeln und die Corona-Hilfen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) vollständig zurückzahlen. "Wir werden aus dem Erlös die vom WSF erhaltenen Hilfen einschließlich Zinsen zurückzahlen", sagte Vorstandschef Sebastian Ebel heute.

Der Bund hatte Tui mit den Geldern gestützt, weil das Unternehmen in der Pandemie unter Druck geraten war. Bereits im Februar hatte die Hauptversammlung die Vorbereitung einer erneuten Kapitalerhöhung genehmigt. Die Tui-Aktien fielen am Freitagvormittag um 5,6 Prozent auf 15,10 Euro.

Rund 329 Millionen Aktien sollen zum Preis von 5,55 Euro je Stück ausgegeben werden. Aktionäre können ihr Bezugsrecht ab kommendem Dienstag (28. März) bis 17. April ausüben und dabei für je drei bestehende Anteile acht neue Papiere erhalten.

Der Plan im Detail

Der infolge des Ukraine-Krieges sanktionierte Hauptaktionär Alexej Mordaschow darf keine Aktien zeichnen. Jüngsten Konzernangaben zufolge hält er indirekt über Firmen fast 31 Prozent an der Tui.

Mit dem Nettoerlös will die Tui ihre Verbindlichkeiten beim WSF begleichen. Insgesamt sollen dem WSF damit rund 750 Millionen Euro zufließen. Zudem will Tui rund 440 Millionen Euro Kredit an die Förderbank KfW zurückzahlen. Eine weitere Kreditlinie bei Banken soll deutlich reduziert werden.

Der Bund hatte auch die Lufthansa in der Corona-Krise unterstützt. Die Fluggesellschaft konnte die Stillen Einlagen Ende 2021 bereits vollständig zurückführen. Im September verkaufte der WSF dann seine verbleibende Beteiligung und stieg damit wieder bei der Lufthansa aus.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading