Kapitäne der Bundesliga Die "Alten" haben das Sagen

FC Bayern München: Manuel Neuer Foto: imago

17 von 18 Spielführern der Fußball-Bundesligisten für die neue Saison stehen fest. Auffällig ist die Altersstruktur. Die Talente tummeln sich, doch die Binde tragen vor allem die Erfahrenen.

Sie sind so etwas wie die Klassensprecher. Wenige Tage vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga stehen 17 von 18 Spielführern fest. Einzig Hertha BSC hat nach dem Abschied von Stürmer Vedad Ibisevic (FC Schalke 04) noch keinen neuen Kapitän benannt. Neben den Berlinern werden mit RB Leipzig (Marcel Sabitzer), Bayer Leverkusen (Charles Aranguiz), dem SC Freiburg (Christian Günter), dem FC Augsburg (Jeffrey Gouweleeuw) und Aufsteiger VfB Stuttgart (Gonzalo Castro) noch fünf weitere Mannschaften mit neuen Anführern in die Liga starten.

Auffällig ist dabei vor allem die Altersstruktur. Im Schnitt sind die Kapitäne 30,7 Jahre alt. Der Durchschnitt aller Bundesliga-Profis liegt bei 25,4 Jahren. Die Jagd nach jungen Talenten wird zwar immer umkämpfter. Borussia Dortmund holte in Jude Bellingham (Birmingham City) diesen Sommer einen 17-Jährigen, der FC Bayern München in Tanguy Nianzou (Paris St. Germain) einen 18-Jährigen. Power und Dynamik sind gefragt in einem Spiel, das in den letzten Jahren immer schneller und athletischer wurde. Doch geht es darum, die richtige Ansprache an Mitspieler oder Schiedsrichter zu finden oder in kniffligen Situationen Lösungswege aufzuzeigen, zählen vor allem Ruhe und Routine. Das sehen offenbar auch die meisten Trainer so.

Stiller "Chef" in Stuttgart 

So ist bei den Bayern in Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry (alle 25) zwar längst eine neue Generation an Führungsspielern herangewachsen. Die Binde trägt mit Torwart Manuel Neuer (34) aber auch in der vierten Saison in Folge einer aus der verbliebenen Garde der Triple-Gewinner von 2013. Auch BVB-Trainer Lucien Favre und Schalke-Coach David Wagner hielten an ihren Kapitänen Marco Reus (31) und Omar Mascarell (27) fest - obwohl sie lange verletzt fehlten. Mascarell habe seine Rolle "auch in schwierigen Zeiten sehr gut ausgefüllt", erklärte Wagner. Auch als er ausfiel, sei er "stets ein wichtiger Ansprechpartner für Mannschaft und Trainer-Team" gewesen.

Der soll in Stuttgart fortan auch Gonzalo Castro (33) sein. Coach Pellegrino Matarazzo nahm Aufstiegs-Kapitän Marc Oliver Kempf (25) in der Sommerpause die Binde ab und gab sie etwas überraschend dem eher stillen Mittelfeldmann. Mit seiner Erfahrung aus 383 Bundesliga-Spielen soll Castro dem mit einem Altersschnitt von 23,9 Jahren jüngsten Team der Liga "auf und neben dem Platz helfen", sagt Matarazzo. Es ist das prägendste Beispiel einer Truppe, die gespickt ist mit Talenten, in der die vermeintlichen Alten aber das Sagen haben.

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