Jura-Student Jahn-Verteidiger wohl bald Dr. Nachreiner

Sebastian Nachreiner vom SSV Jahn Regensburg macht gerade seine Doktorarbeit in Jura. (Archivbild) Foto: imago

Eine berufliche Weiterbildung von Profifußballern würde nach Einschätzung der Spielergewerkschaft VDV auch den jeweiligen Vereinen einen Mehrwert bringen. "Wissenschaftliche Erhebungen und unsere Erfahrungen zeigen, dass Spieler, die sich parallel beruflich weiterbilden, besser mit sportlichen Drucksituationen umgehen können. Denn sie wissen, dass sie bei Misserfolg auf dem Platz nicht ins Leere fallen", erklärte VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur.

"In den meisten Nachwuchsleistungszentren wird großer Wert auf die schulische Entwicklung der Talente gelegt. Im Profibereich hingegen zählt nur der sportliche Erfolg. Es gab und gibt sogar Spieler, die ihr paralleles Studium möglichst geheim halten wollen, um sich in sportlich schwierigen Phasen nicht vorwerfen lassen zu müssen, zu wenig auf den Fußball fokussiert zu sein", erklärte Baranowsky weiter. "Durch unsere regelmäßigen Erhebungen wissen wir, dass fast jeder zweite Profi weder über abrufbare berufliche Qualifikationen verfügt noch dabei ist, solche zu erwerben."

Verteidiger Sebastian Nachreiner (31) vom Zweitligisten SSV Jahn Regensburg arbeitet gerade an seiner Doktorarbeit in Jura. Es ist eine Seltenheit im deutschen Profifußball. Seiner Einschätzung nach könnten die Profivereine durchaus mehr tun, um Fußballer auch auf die Zeit nach der Karriere vorzubereiten. "Mir fehlen zwar außerhalb des Jahn die Einblicke im Profifußball, aber da ist schon noch viel Luft nach oben, auch von Seiten der Hochschulen, dass man da Angebote zum Studieren schafft, die man nutzen kann, wenn man nicht so flexibel ist, weil man zum Beispiel feste Trainingszeiten hat", sagte Nachreiner der Deutschen Presse-Agentur. "Da besteht in Deutschland noch Nachholbedarf, was das Bildungswesen betrifft. Darauf sollten auch die Vereine definitiv noch mehr Wert legen."

Angesprochen darauf, dass er nun auch von seinen Teamkollegen wegen seines Jurastudiums um Rat gefragt werde, witzelte Nachreiner: "Eine Sprechstunde habe ich noch nicht eingerichtet. Wenn es tatsächlich etwas Gravierendes ist, verweise ich darauf, dass ich noch kein Anwalt bin und man sich besser einen nimmt, um auf Nummer sicher zu gehen."

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