Das Jahr 2021 wird bundesweit als Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" begangen. Vor diesem Hintergrund soll auf einen Teil jüdischen Lebens in Vilsbiburg eingegangen werden. Grundlage ist eine Urkunde vom 19. August 1337, in der auch die Juden in der Stadt genannt werden. Nach heutigem Wissensstand handelt es sich bei der Urkunde um jene, in der die Pfarrei Vilsbiburg erstmals erwähnt ist.

Auf die Urkunde stieß Heimatforscher Peter Käser im Hauptstaatsarchiv München, als er auf Quellensuche zur Stadtpfarrkirche Vilsbiburg war. Die in Latein verfasste Urkunde stammt aus der Kanzlei des Regensburger Bischofs Nikolaus von Ybbs (1313-1340). Sachlich neutral ist die Passage über die Juden nicht gehalten. Im Gegenteil: Bischof Nikolaus unterstellt den Juden, sich eines Vergehens schuldig gemacht zu haben.