Joseph Vilsmaier über "Bayern - sagenhaft" „Ich wollte einen Film machen, bei dem man optimistisch aus dem Kino geht.“

, aktualisiert am 12.02.2020 - 18:40 Uhr
Joseph Vilsmaier hat am Samstag seinen neuen Film Bayern - sagenhaft in Straubing vorgestellt. Unterstützt wurde er von Hans Jürgen Buchner, der für die Filmmusik verantwortlich zeichnet.
Joseph Vilsmaier hat am Samstag seinen neuen Film "Bayern - sagenhaft" in Straubing vorgestellt. Unterstützt wurde er von Hans Jürgen Buchner, der für die Filmmusik verantwortlich zeichnet. Foto: as

Am Samstag hat der bayerische Filmemacher Joseph Vilsmaier zur Vorführung seines neuesten Werkes „Bayern – sagenhaft“ Straubing besucht. Begleitet wurde er von Hans Jürgen Buchner, alias Haindling, der für die Filmmusik verantwortlich zeichnet. Als Vilsmaier nach der Vorstellung vor die Kinogäste trat und sie fragte „Hat’s euch gefallen?“, erntete er begeisterten Applaus. Im idowa-Interview spricht Vilsmaier darüber, was er mit seinem Film erreichen will, über seinen Werdegang und die nächsten Projekte, über die Bedeutung von Brauchtum – und einen Haifischkäfig in Südafrika.

Herr Vilsmaier, Sie haben wegen Ihres neuen Films „Bayern – sagenhaft“ schon seit einiger Zeit ein sehr enges Programm. Wie geht es Ihnen damit?

Joseph Vilsmaier: Seit vier Monaten habe ich ein enges Programm. Am Anfang sagt man sich: Bis zum Filmstart, da ist noch lang hin. Und dann schlampt man a bisserl, und dann merkt man: Jetzt wird es eng, jetzt musst du aufpassen.

Beschreiben Sie doch kurz, um was es in Ihrem Film geht.

Mein Film beginnt im Weltall mit der Monika Gruber – das ist mir einfach so eingefallen, war alles spontan. Da sieht man die original nachgebaute ISS, dafür habe ich die Rechte gekauft. Es schaut aus wie damals in dem Clooney-Film. Dann kommen die Böllerschützen in Berchtesgaden, die das neue Jahr einschießen. Dann kommt das Neujahrsgebet in Metten von den Mönchen, und dann kommt das Neujahrskonzert der Bayerischen Polizei im Herkulessaal. Und dann geht’s weiter – was im Januar ist, was im Februar ist: immer das, was in Bayern monatlich passiert. Es ist wie bei einem Kaleidoskop, nicht wie bei einem Kinofilm, in dem eine Geschichte da ist, die sich durchzieht. Ich habe es als einen kuriosen Reigen beschrieben, so steht es auf dem Plakat.

Sie zeigen die bayerische Landschaft in wunderschönen Panoramaaufnahmen, schweben also über der Materie, die sie betrachten. Als Journalist habe ich gelernt, dass man möglichst nahe ran gehen sollte, um Details wahrzunehmen… Sieht man aus der Ferne nicht nur das Schöne?

Die Landschaften in der Totale sind natürlich gewaltig. Aber im Vergleich zum vorhergehenden Film von vor acht Jahren, bei dem 80 Prozent von oben war, habe ich bei diesem Film nun 80 Prozent Menschen. Ich habe mich bei diesem Film also wirklich auf die Menschen konzentriert, natürlich aber mit Blick darauf, wo man nun gerade ist – ob das das Maibaumaufstellen in Anzing ist oder die Wallfahrt am Steinernen Meer. Die kannst du zum Beispiel von unten gar nicht machen. Das ist einfach nicht so schön, wenn man von nah die Leut’ vorbei kommen sieht. Es ist gewaltig, wenn man vom Hubschrauber aus 8.000 Menschen wie Ameisen durch Felsen gehen sieht – soweit das Auge reicht. Das sind einfach super Eindrücke.

Es geht also um imposante Bilder….

Es sind total imposante Bilder. Die werden auch immer gelobt. (lacht)

Kann man Ihren Film als Liebeserklärung an Bayern verstehen?

Das kann man sagen. Dazu sagen möchte ich, und das steht auch in meinem Pressetext drin, dass ich auch weiß, was in Bayern nicht so gut ist. Wenn man das zeigen will, muss man aber einen anderen Film machen. Ich wollte einen Film machen, bei dem die Leute optimistisch sind, wenn sie aus dem Kino gehen. Sie sollen Freude an dem Film haben. Auf der Welt gibt es so viel Elend, das jeden Tag passiert. Und wenn ein Mensch nicht blöd ist, dann weiß er sowieso, was täglich los ist. Ich wollte einen Film, bei dem man optimistisch aus dem Kino geht – nichts anderes habe ich vorgehabt.

Auf was kann sich das Publikum aus Niederbayern und der Oberpfalz bei Ihrem Film freuen?

Ich habe vorsichtig vorgehen müssen, weil ich in dem Film vor acht Jahren schon viele Dinge drin hatte – zum Beispiel aus Niederbayern das Rottal. Das habe ich in diesem Film nicht mehr drin. Landshut mit der Landshuter Hochzeit ist drin. In der Oberpfalz ist zum Beispiel Wisent Thema. Ich weiß nicht, ob Sie das kennen. Ich frage in allen Kinos, aber es kennt kein Mensch. Dieser Nepal-Himalaya-Pavillon ist beim Publikum wahnsinnig gut angekommen. Dann das Wolfaustreiben in Rinchnach, dann der Further Drachenstich. Es gibt auf jeden Fall in dem Film viele Sachen, die viele Leute in Bayern noch nicht kennen. Das zu zeigen, war auch die Absicht.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading