Joseph Vilsmaier über "Bayern - sagenhaft" "Ich kann nicht mehr soweit in die Zukunft denken."

, aktualisiert am 12.02.2020 - 18:40 Uhr

Wenn Sie zurückblicken: Wie waren für Sie all die Jahre im Filmgeschäft und wie ist die Zeit heute im Vergleich dazu?

Ich habe im Filmgeschäft die schönste Zeit erlebt. Die kommt nicht mehr, und das sage ich ohne Nostalgie. Heute haben alle kein Geld mehr, man hat nicht mehr solche Partner wie früher. So Filme wie „Stalingrad“ oder „Comedian Harmonists“ haben zwischen 13 und 14 Millionen Mark gekostet. Man hat die Bavaria gehabt, Arri und Kirch. Das gibt es alles so nicht mehr. Bei der Förderung sind zwanzig Filme in jeder Sitzung, was soll man da jedem geben? Da kriegt einer zwanzigtausend, einer vielleicht dreihunderttausend Euro. Was soll man damit anfangen?

Die allermeisten Ihrer Altersgenossen sind schon im Ruhestand, Sie scheinen darauf keine Lust zu haben. Auf was dürfen sich die Zuschauer als Nächstes freuen?

Als Nächstes mache ich Herbert Rosendorfer: „Briefe in die Chinesische Vergangenheit“. Ein großer Film. Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr das Geld zusammenbringen.  Wir fahren im Dezember nach China, weil es eine chinesisch bayerische Koproduktion wird. Dann habe ich noch einen Film mit der Monika, geplant ist der für 2019. Sagen muss ich aber auch, dass ich nicht mehr so weit in die Zukunft denken kann. Man sagt, wenn man eine Krankheit hat: Du hast ungefähr noch ein Jahr. So ungefähr läuft das auch bei mir ab. Man weiß nie, was passiert.

Überlegen Sie, was mit Ihnen passiert, wenn Sie krank werden? Haben Sie Angst davor?

Ich würde nie in ein Altersheim gehen. Ich war letztes Jahr in Kapstadt und bin zu der Insel gefahren, wo sie Käfige mit Haifischen haben. Ich war in einem solchen Käfig. Im Fall der Fälle brauche ich nur wieder runter fahren und in dem Käfig das Türl aufmachen – dann hast du keine Friedhofsgebühren und musst keinen Grabstein und das ganze Zeug zahlen. (lacht) Das ist jetzt natürlich nur Spaß. Man darf einfach nicht immer so ernst sein. Wenn man den Fernseher einschaltet oder Zeitungen liest, dann sieht man nur Unheil. Den ganzen Tag ist man mit irgendwelchen schlimmen Sachen konfrontiert. Deshalb habe ich auch den Film gemacht. Kein sozialkritischer Film. Aus dem Kino gehen, und Freude daran haben – das ist das Ziel.

Sehen Sie sich den Trailer zu "Bayern - sagenhaft" an.

 

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