Sam Mendes gelingt mit seinem Meisterwerk das Unmögliche: ein spannender, wahrhafter Antikriegsfilm.

Vor gut 20 Jahren wagte Steven Spielberg eine 20-minütige Eröffnungsszene, die man nicht mehr vergessen wird, wenn man sie im Kino erlebt hat: Es ist die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie. Nie war man als Zuschauer akustisch und bildlich direkter im Kugelhagel. Und doch hatte man am Ende von "Saving Private Ryan" das ungute Gefühl: Das Gemetzel war nur die zweifelhafte Anfangsattraktion eines letztlich banalen "Wir-holen-unsere-Jungs-da-raus"-Actionfilms.

Sam Mendes gelingt in "1917" dagegen das Unfassbare: Er hält die Anspannung - bis auf wenige Inseln kurzer Ruhe - über knapp zwei Stunden. Aber Mendes nutzt die permanente Todesdrohung nicht als Nervenkitzel zur Unterhaltung, sondern um uns als Zuschauer zu verwandeln. "1917" ist ein Antikriegsfilm, der jeden Kinogänger zum Pazifisten machen kann - völlig ohne moralischen Kommentar.

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