Jahresrückblick - Teil 2 Die kuriosesten Polizeimeldungen aus Ostbayern

Dieses ungewöhnliche Amphibienfahrzeug einer Urlauberfamilie aus Holland bescherte der Polizei die wohl kurioseste Verfolgungsjagd des Jahres. Foto: Wasserwacht Viechtach

Eine Verfolgungsjagd zu Wasser, ein Fahnendiebstahl in luftiger Höhe und ein wahres Vogelmassaker: Auch von Juli bis Dezember gab es in Ostbayern zahlreiche kuriose Polizeimeldungen. Der zweite Teil unsere Jahresrückblicks. Teil 1 von Januar bis Juni können Sie hier nachlesen

Es war die wohl kurioseste Verfolgungsjagd des vergangenen Jahres: Im Sommer war auf dem Schwarzen Regen bei Viechtach ein Amphibienfahrzeug unterwegs. Eine niederländische Familie wollte so einen Urlaub der besonderen Art genießen. Weil motorbetriebene Wasserfahrzeuge in dem Fluss jedoch nicht erlaubt sind, rückte die Polizei an. Zur Verfolgung liehen sich die Beamten zuerst ein motorisiertes Boot, dessen Batterie jedoch bald zur Neige ging. Daraufhin mussten die Ordnungshüter auf ein Ruderboot zurückgreifen. Kurz vor dem Höllensteinsee konnten sie das Wasserfahrzeug schließlich stellen. Der Fahrer war einsichtig, bekam aber trotzdem eine Anzeige. 

Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Die Vögel" lässt grüßen: Ende August prallte ein Schwarm von Staren bei Alburg gegen mehrere Autos. Die Tiere waren wohl ungewöhnlich tief geflogen, um einem Greifvogel zu entgehen. Die Autos und deren Fahrer überstanden den Aufprall relativ glimpflich - die Vögel leider nicht. 150 tote Tiere musste die Feuerwehr danach von der Straße spülen. 

Auch der berühmte "Kuh-Kreisel" in Gottfrieding wird das Jahr 2021 nicht in bester Erinnerung behalten: Mitte September setzte sich ein 39-jähriger Mann betrunken ans Steuer und bretterte geradeaus über den Kreisverkehr. Dabei nahm er auch eine fest verankerte Kunststoff-Kuh "auf die Hörner". Schaden an Auto und Kuh: Etwa 9.000 Euro. Der Fahrer blieb unverletzt, bekam aber eine Anzeige. 

"Capture the Flag" in Landshut

Diese Diebe waren nicht nur schwindelfrei, sondern auch akrobatisch: Ende September wurde die Bayernfahne vom Dach der Burg Trausnitz gestohlen. Wie die zwei unbekannten Täter auf das immerhin 25 Meter hohe Dach der Burg kamen, konnte sich auch die Polizei nicht erklären. Hilfsmittel wie Seile oder Leitern wurden vor Ort jedenfalls nicht gefunden. Dafür aber die Fahne: Sie wurde später im Hofgarten entdeckt und der Burgverwaltung zurückgegeben. 

Ein extrem gefährliches Gepäckstück ist Ende September am Flughafen München aufgeschlagen: Ein 28-Jähriger wollte dort mit einer knapp 20 Zentimeter langen Mörsergranate im Handgepäck durch die Sicherheitskontrolle in den Türkei-Urlaub. Daraufhin musste die Kontrollstelle großräumig abgesperrt werden. Sprengstoffspezialisten rückten an und machten die Granate unschädlich. Der Urlauber gab sich derweil äußerst unbedarft: Ihm war offenbar gar nicht bewusst, dass die Granate potenziell lebensbedrohlich war. Gefunden hatte er das Geschoss laut eigenen Angaben bei einer Wanderung in der Schweiz. Das explosive Mitbringsel ließ ihn nicht nur seinen Flug verpassen, sondern bescherte dem Münchner auch einige Rechnungen der Sicherheitsbehörden. 

Und noch ein tierischer Einsatz: Ein verirrter Hirsch sorgte an einem Oktobermorgen in Passau für reichlich Aufregung. Das Tier lief quer durch die Altstadt bis zur Ortsspitze, wo es in die Donau sprang und schließlich in Richtung Oberhaus verschwand. Dort verlor die Polizei den Hirsch aus den Augen. Nach den Angaben der Behörden könnte es sich um ein Tier handeln, das bereits Ende August aus einem Wildgehege entkommen war. 

Smartwatch rief selbstständig den Notruf

Ein kurioser Ortsname kann ein Fluch sein. Davon können mehrere Gemeinden in Ostbayern ein Lied singen - unter anderem Gschieß im Landkreis Cham. Dem Weidinger Ortsteil wurde heuer binnen weniger Monate zweimal das Ortsschild gestohlen - zuletzt Mitte November. Weitere bayerische Gemeinden, deren Ortsschilder immer wieder mal verschwinden, sind etwa Kotzheim, Tittenkofen oder Pumpernudl. Auch der Landshuter Stadtteil Hascherkeller ist bei Schilder-Dieben beliebt. 

Hier war sprichwörtlich "Kommissar Zufall" am Werk: Anfang Dezember wurde bei Steinberg im Kreis Dingolfing-Landau eine Unfallflucht gemeldet. Ein unbekannter Fahrer war am Morgen auf der schneebedeckten Fahrbahn gegen die Leitplanke gerutscht, hatte den Schaden aber nicht gemeldet. Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten jedoch Teile eines schwarzen VW Golfs sicher. Und noch während die Beamten ihre Spuren sicherten, fuhr just ein Abschleppwagen mit einem schwarzen VW Golf am Unfallort vorbei. Der Unfallverursacher war so in Rekordzeit gefunden. 

Die Tücken der Technik: Bei einem Beziehungsstreit in Hohenburg (Kreis Amberg-Sulzbach) schnellte Anfang Dezember der Puls einer Frau deutlich in die Höhe. Ihre Smartwatch wertete das als einen medizinischen Notfall und setzte automatisch einen Notruf ab. Weil der Notrufdisponent am Telefon nur Schreie hörte, schickte er eine Polizeistreife zu der Wohnung. Das Gute daran: Der Streit war mit den Beamten vor der Tür schnell eine Nebensache. Mit Sicherheit wird die Frau aber nun die Alarmfunktion ihrer Uhr neu einstellen. 

 
 
 

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