Jahresrückblick Diese Prominenten sind 2021 gestorben

Entertainer Alfred Biolek, der "Bomber der Nation" Gerd Müller und Prinz Philip: Sie alle gehören zu den Toten des Jahres 2021. Foto: Rolf Vennenbernd/Adrian Dennis/Marcus Brandt/dpa

Von Prinz Philip, der ewigen Nummer zwei, über den ewig "vergessenen Dritten" im Weltall, Michael Collins, bis hin zu deutschen Weltmeistern: Auch in diesem Jahr sind viele Ikonen und Prominente des öffentlichen Lebens verstorben. Diese berühmten Menschen werden wir vermissen:

Siegfried von „Siegfried und Roy“: Der in Rosenheim geborene Magier Siegfried Fischbacher und sein 2020 verstorbener Partner Roy Horn waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt. Mehr als 30 Jahre lang trat das Magierduo als „Siegfried und Roy“ mit einer Show in Las Vegas auf, bis 2003 eine Tigerattacke ihre Traumkarriere jäh beendete. Roy wurde zum Pflegefall und starb 2020 infolge von Covid-19, Siegfried dieses Jahr am 13. Januar im Alter von 81 Jahren.

Talkshow-Legende Larry King: Die Talkshow „Larry King Live“ machte den US-amerikanischen Journalisten bekannt. Sein fast immer gleiches Outfit mit Hornbrille, Hemd und Hosenträgern war sein Markenzeichen. Er interviewte von 1985 bis 2010 beim Sender CNN Hollywoodstars, Sportler, Topmanager und Spitzenpolitiker von US-Präsidenten bis zum russischen Kreml-Chef Wladimir Putin. Larry King starb am 23. Januar und wurde 87 Jahre alt.

Tom „Captain Tom“ Moore: Von vielen nur „Captain Tom“ genannt drehte der hochbetagte Brite in der ersten Pandemiewelle mit seinem Rollator Spendenrunden. Der Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg sammelte fast 33 Millionen Pfund (38 Millionen Euro) für Großbritanniens Nationalen Gesundheitsdienst NHS. Queen Elizabeth II. schlug Moore im Juli 2020 zum Ritter. Am 2. Februar starb er im Alter von 100 Jahren. Die Bestattung des britischen Pandemie-Helden und Rekordspendensammlers wurde zum medialen Großereignis.

Prinz Philip: Der Herzog von Edinburgh heiratete 1947 Elizabeth und wurde bei deren Krönung 1953 Prinzgemahl. Er galt als wichtigste Stütze der Queen. Der Royal mit deutsch-griechischen Wurzeln war für seinen Humor und seine rhetorischen Fehltritte bekannt. Erst im Alter von 96 Jahren nahm Prinz Philip keine öffentlichen Aufgaben mehr wahr. Der 9. April ist sein Todestag, im Juni wäre er 100 geworden. Der Nachruf auf Prinz Philip.

Thomas Fritsch, Schauspieler: Den beliebten TV-Mimen umgab zeitlebens das Image des Frauenschwarms. Er spielte unter anderem in der ZDF-Serie „Drei sind einer zuviel“ mit Jutta Speidel und Herbert Herrmann (1977) und in den Krimifolgen „Derrick“ und „Der Alte“. Sein markanter Bariton machte Fritsch zum gefragten Synchronsprecher. Er starb mit 77 am 21. April.

Michael Collins, der „vergessene dritte Astronaut“: So wird der US-Amerikaner oft bezeichnet, der am 28. April mit 90 Jahren starb. Als Pilot der „Apollo 11“-Kommandokapsel drehte er am 21. Juli 1969 Warteschleifen um den Mond, während seine Kollegen Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen die Oberfläche des Erdtrabanten betraten. Nach Collins sind ein Mondkrater und ein Zwergplanet benannt.

Eric Carle, Schöpfer von „Die kleine Raupe Nimmersatt“: Der Deutsch-Amerikaner schuf eines der berühmtesten Kinderbücher der Welt. Der Sohn deutscher Auswanderer, die mit ihm 1935 nach Deutschland zurückkehrten, siedelte 1952 wieder in die USA über. Carle veröffentlichte mehr als 70 Bücher, die in rund 70 Sprachen erschienen sind. Am 23. Mai starb Eric Carle mit 91 Jahren.

Alfred Biolek, Fernsehmoderator und Talkmaster: Der promovierte Jurist war einer der Pioniere der Talk- und Kochshows in Deutschland. Mit Rudi Carrell entwickelte er beim WDR die Samstagabendshow „Am laufenden Band“, die erfolgreichste Sendung der 70er Jahre. Im „Kölner Treff“ (1976-1980) sammelte Biolek Erfahrung als Moderator und bekam mit „Bio's Bahnhof“ 1978 eine eigene Sendung. Seine Ära endete 2007 mit der letzten Folge der Kochsendung „alfredissimo“. Der 23. Juli ist sein Todestag. Er wurde 87.

Kurt Biedenkopf, CDU-Politiker: Biedenkopf machte in beiden Teilen Deutschlands Karriere. Der habilitierte Jurist wurde 1973 Generalsekretär der CDU und später ein Rivale des damaligen Parteichefs Helmut Kohl. Von 1990 bis 2002 war Biedenkopf Regierungschef in Sachsen. Dreimal gewann er im Freistaat bei Landtagswahlen eine absolute Mehrheit. Die Sachsen nannten ihn „König Kurt“. Affären beispielsweise um Rabattkäufe und ein parteiinterner Machtkampf führten 2002 zum Rücktritt. Er starb am 12. August mit 91 Jahren. Sein Nachruf.

Gerd Müller, der „Bomber der Nation“: Mit diesem Spitznamen bleibt der ehemalige Weltklasse-Torjäger Fußballfans in Erinnerung. Müller kam im 1964 zum FC Bayern und schoss in 427 Bundesligaspielen 365 Tore. Mit der Nationalelf wurde er 1972 Europameister und 1974 Weltmeister, wobei er das Siegtor im Finale in München gegen die Niederlande erzielte. Nach seiner aktiven Zeit war er lange Nachwuchs-Trainer seines Vereins. Am 15. August starb er mit 75 Jahren. Nach seinem Tod hob Franz Beckenbauer die besondere Beziehung zu dem einstigen Weltklasse-Torjäger hervor und auch andere Weggefährten würdigten den "Bomber".

Charlie Watts, Schlagzeuger der Rolling Stones: Fast sechs Jahrzehnte war der Brite Taktgeber und Seele der Rockband The Rolling Stones. Im Gegensatz zu Frontmann Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards mied der Drummer weitgehend das Rampenlicht und meist auch die Exzesse. Watts schweißte die Band zusammen, wenn sich die Frontmänner verkrachten. Charlie Watts wurde 80 Jahr alt. Er starb am 24. Oktober.

Heide Keller, Schauspielerin: Die gebürtige Düsseldorferin war die Chefhostess Beatrice in der ZDF-Reihe „Das Traumschiff“. Diese Rolle verkörperte sie 38 Jahre lang, von der ersten Folge an bis 2018. Ehe sie zum Fernsehen wechselte, spielte Keller auf mehreren deutschen Theaterbühnen. Sie war auch in den Serien „Kreuzfahrt ins Glück“ und „Derrick“ zu sehen. Die 81-Jährige starb am 27. August.

Gerd Ruge, Reporter-Legende: Diesen Ruf erarbeitete sich der langjährige ARD-Korrespondent. Mit nuschelnder Stimme berichtete Ruge aus Ländern wie Russland und den USA, interviewte mächtige Politiker und produzierte Reisereportagen. Er setzte sich für Menschenrechte ein und war Gründungsmitglied von Amnesty International Deutschland. Er starb im Alter von 93 Jahren am 15. Oktober.

Horst Eckel, der letzte „Held von Bern“: In der Historie des deutschen Fußballs bleibt er als einer der Helden von Bern unvergessen. Der rechte Außenläufer des 1. FC Kaiserslautern gewann 1954 im Team von Kapitän Fritz Walter das WM-Endspiel gegen Ungarn mit 3:2. Von 1952 bis 1958 bestritt der als „Windhund“ gepriesene Pfälzer unter Bundestrainer Sepp Herberger 32 Länderspiele. Später engagierte er sich auch in der Sepp-Herberger-Stiftung des DFB. Am 3. Dezember starb er. Er wurde 89.

Komiker Mirco Nontschew: In den 90er Jahren wurde der Comedian mit „RTL Samstag Nacht“ einem breiteren Publikum bekannt. Mit seinen Gags und Grimassen brachte der gebürtige Ost-Berliner Millionen zum Lachen, zuletzt in dem Streaming-Format „LOL – Last One Laughing“. In den Nullerjahren spielte Nontschew den Zwerg Tschakko in den Kinofilmen „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ sowie „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“. Der Komiker starb Anfang Dezember im Alter von 52 Jahren.

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