Jahn-Keeper im Interview Philipp Pentke: "Die Basis ist ehrliche Arbeit"

Philipp Pentke (Mitte) hat in seiner Zeit in Regensburg einige Erfolge gefeiert - und ist auch in dieser Saison ein sicherer Rückhalt für den SSV Jahn. Foto: imago

Torhüter Philipp Pentke (32) spielt mit Aufsteiger Jahn Regensburg eine starke Saison. Platz fünf steht für die Oberpfälzer fünf Spieltage vor Schluss zu Buche. Im idowa-Interview spricht der Jungvater über die aktuelle Situation, die Entwicklung des Vereins und seine neue Rolle als Papa.

Herr Pentke, vor nicht einmal drei Jahren sind Sie zu einem Absteiger in die Regionalliga gewechselt. Nun stehen Sie mit Jahn Regensburg auf Rang fünf in Liga zwei. Müssen Sie sich eigentlich manchmal zwicken aufgrund dieser Situation?
Philipp Pentke (lacht): Nein, zwicken muss ich mich nicht. Aber es ist einfach ein schöner Moment für uns alle im Verein. Als ich damals nach Regensburg gekommen bin, habe ich mir eine ähnliche Entwicklung natürlich erhofft. Der Plan des Vereins war, sofort in die Dritte Liga zurückzukehren. Das haben wir geschafft. Was dann in der Folge passiert ist, das konnte natürlich keiner vorhersehen. Aber genau dafür wird man Fußballer, um solche Momente erleben zu dürfen. Ich bin schon ziemlich stolz auf das, was wir geleistet haben.

Erleben Sie beim Jahn gerade Ihre schönste Zeit als Fußballprofi?
Pentke: Ich hatte auch in anderen Vereinen eine sehr schöne Zeit. Aber klar, in dieser Intensität und dieser kurzen Zeit hier in Regensburg so viel zu erleben, das ist schon sehr besonders. Ich hoffe, dass es so weitergeht.

Was hat sich denn in den knapp drei Jahren beim Jahn entwickelt?
Pentke: Entwicklung ist genau das richtige Wort, um den Weg des Jahn zu beschreiben. Es ist sehr viel passiert. Das basiert vor allem auf ehrlicher Arbeit. Das wird von der Vereinsführung und von der Geschäftsstelle genauso umgesetzt wie von uns auf dem Platz. Wir wissen, was wir leisten müssen und dass wir viel über das Kollektiv lösen müssen, da wir nicht die riesige Einzelqualität in unserer Mannschaft haben. Es entspricht dem Charakter des Vereins, dass die Leute bodenständig sind, die Situation gut einschätzen können und einfach ehrlich arbeiten. Der Erfolg spricht am Ende für sich.

Stichwort Erfolg: Fünf Spieltage vor Saisonende steht der SSV Jahn als Aufsteiger auf einem überragenden fünften Tabellenplatz. Wie schätzen Sie die Situation ein?
Pentke: Es bleibt dennoch spannend. Diese Liga ist unglaublich eng und deshalb sind wir auf der Hut. Wir werden wahrscheinlich noch Punkte brauchen, um die Liga zu halten und genauso gehen wir in die nächsten Aufgaben.

Zuletzt hat es die Mannschaft zweimal verpasst, den Sack schon zuzumachen durch die Spiele gegen Aue (1:3) und in Kaiserslautern (1:1). Wie blicken Sie auf die Spiele zurück?
Pentke: Aue war wirklich nicht gut von uns. Da haben wir viele Dinge falsch gemacht, die wir normalerweise nicht falsch machen. Lautern war dann die richtige Reaktion von uns. Wir haben gegen eine gute Mannschaft, für die es um alles ging, eine gute Leistung gezeigt, mit der wir zufrieden sein können, auch wenn das Ergebnis nicht ganz gepasst hat.

Was zeichnet die Jahnelf in dieser Saison aus?
Pentke: Bei uns in der Mannschaft würde jeder für den anderen durchs Feuer gehen. Hier ist ein spezieller Zusammenhalt vorhanden. Aber auch sportlich hat sich jeder individuell noch einmal weiterentwickelt und verbessert. Wir können die Situation aber auch richtig einschätzen und wissen, dass wir genauso weiterarbeiten müssen.

Bei Ihnen hat sich auch privat etwas verändert. Anfang März kam Ihre Tocher Mexie-Sophia zur Welt. Wie hat sich das Leben als Papa verändert?
Pentke: Man hat im Privatleben eine Aufgabe mehr, aber das ist für jeden die schönste Aufgabe. Natürlich bringt das auch mehr Verantwortung mit sich. Aber es ist einfach nur eine wunderschöne Zeit.

Ihre Freundin Maura Visser und Ihre Tochter sind noch in Holland. Wie managen Sie diese Situation?
Pentke: Ich versuche, an freien Tagen so oft wie möglich nach Holland zu fahren oder zu fliegen, um meine Tochter zu sehen. Ab nächster Woche wird es etwas einfacher. Dann kommen die beiden zunächst für eine Woche nach Regensburg und gehen dann nach Bietigheim, wo Maura ja Handball spielt und dann wieder ins Training einsteigen wird. Dadurch ist die Entfernung kürzer.

Kommen wir noch einmal zum Sportlichen. Am Freitagabend geht es zum Derby zur SpVgg Greuther Fürth. Was für ein Spiel erwarten Sie?
Pentke: Ich denke, es wird ähnlich werden wie in Kaiserslautern. Ein ähnlicher Gegner, der unbedingt Punkte braucht. Dazu wird eine gute Atmosphäre im Stadion herrschen. Für uns wird es ein weiteres Highlight-Spiel, auf das wir uns freuen können. Wir werden alles in die Waagschale werfen, damit wir am Abend mit Punkten im Bus sitzen.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass Sie den Sack in Sachen Klassenerhalt nun zumachen?
Pentke: Die Leistung in Kaiserslautern. Wenn wir die gleiche Leistung abrufen wie auf dem Betzenberg, dann bin ich optimistisch, dass wir Punkte holen werden.

 

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