Italien/Bayern Coronavirus grassiert in Italien: Bayern rüstet sich

Italien ist ein beliebtes Reiseziel für Menschen aus Bayern. Doch gerade jetzt zum Start der Faschingsferien breitet sich dort das Coronavirus aus (Symbolbild). Foto: Cai Yang/XinHua/dpa/dpa

Wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus in Italien rüstet sich Bayern für mögliche Infektionen von Reisenden, die in den Freistaat zurückkehren. "Wer in Italien mit einem Coronavirus-Fall persönlichen Kontakt hatte, sollte sich umgehend an sein Gesundheitsamt wenden", teilte das Gesundheitsministerium in München am Montag mit. Bis Montagnachmittag (Stand 14 Uhr) habe es keine neuen bestätigten Coronavirus-Fälle in Bayern gegeben.

Im Norden Italiens wurden Infektionen im dreistelligen Bereich bestätigt. Nach Angaben der dortigen Behörden gibt es mehrere Tote. Zwei Eurocitys auf dem Weg von Venedig nach München wurden von den österreichischen Behörden in der Nacht zum Montag am Brenner gestoppt, weil einer der Züge zwei deutsche Frauen an Bord hatte, die Fieber und starken Husten hatten. Sie wurden aber negativ auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. Vor der Weiterfahrt wurden die rund 500 Passagiere in einem der beiden Züge zusammengesetzt. Am frühen Morgen erreichte der Eurocity 1288 dann den Hauptbahnhof in München. Zig Passagiere - vereinzelt mit Gesichtsmasken - verließen den Zug. Der Brenner ist die wichtigste Bahnstrecke von Italien nach Deutschland.

Der zuständige Arbeitsstab des bayerischen Ministeriums habe sich am Montag mit der Lage in Italien befasst, teilte ein Sprecher weiter mit. Das Gremium bereite das Vorgehen der Gesundheitsbehörden für den Fall möglicher Infektionen von Reisenden vor, die aus Italien nach Bayern zurückkehren. Details sollten kurzfristig und eng mit den Ärzteverbänden abgestimmt werden, hieß es ohne nähere Angaben. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stelle zudem Informationen speziell für Italien-Reisende bereit. Wann diese veröffentlicht werden sollen, war zunächst unklar.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) habe darüber hinaus mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) telefoniert. "Wir beobachten die Entwicklung in Italien sehr genau. Dabei ist natürlich auch wichtig, wie das Robert Koch-Institut (RKI) und das Auswärtige Amt die Lage einschätzen", sagte sie laut Mitteilung anschließend.

Auch die Bundesregierung bereitet sich auf eine gravierendere Lage vor. "Die Corona-Epidemie ist als Epidemie in Europa angekommen", sagte Spahn. "Deshalb müssen wir damit rechnen, dass sie sich auch in Deutschland ausbreiten kann." Die "sehr, sehr dynamische Lage" deute darauf hin, dass sich das Virus in Form einer Pandemie ausbreite.

In Bayern gibt es bislang 14 Infektionen. Eine chinesische Mitarbeiterin des Autozulieferers Webasto war im Januar zu einer Schulung in der Firmenzentrale im Gautinger Ortsteil Stockdorf gewesen. Mit dabei hatte sie - unwissend: das neue Coronavirus. Alle Covid-19-Patienten sind Kollegen und deren Angehörige. Zwei der Fälle befinden sich laut Ministerium noch in der München Klinik Schwabing.

Bei der routinemäßigen Überwachung von akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland mit Hilfe von ausgewählten Arztpraxen wird nun auch Augenmerk auf das neuartige Coronavirus gelegt. Wie das RKI in Berlin am Montag bekanntgab, hat die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) eine Untersuchung auf Sars-CoV-2 "in das Spektrum der zu untersuchenden Erreger integriert". Nach RKI-Angaben werden Atemwegsproben von Patienten aus 100 bis 150 Arztpraxen nun auch dahingehend analysiert. Zuvor hatte der MDR über das Thema berichtet.

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