Italien Auszeit in der Lagune von Bibione

Der Fahrradweg führt von Bibione aus zum Leuchtturm. Foto: Ursula Angelika Küffner

Seit vielen Jahrzehnten ist Bibione Lieblingsziel zahlloser deutscher Urlauber. Davon träumten Generationen von Familien das ganze Jahr, bis es in den Ferien mit Kind und Kegel wieder an die italienische Adriaküste ging. Auch heute noch ist der Urlaubsort eine beliebte Reisedestination. Und es hat sich viel getan in den letzten Jahren - Bibione ist auf dem Weg zum Ökotourismus.

Enzo Brunello und Franco Basso plaudern gerne von alten Zeiten. Gemütlich sitzen die beiden alten Herren in der abgeschiedenen Casone von Brunello am massiven Holztisch und genießen ein Mahl aus Meeresfrüchten der Lagune. Begeistert erzählen sie, wie alles vor fast 60 Jahren begann. Die beiden Freunde gehören praktisch mit zu den Gründungsvätern von Bibione, einem der beliebtesten Badeorte an der italienischen Adriaküste. Enzo Brunello hat 1958 ein Hotel in Bibione eröffnet, Franco Basso gründete 1970 eine Vermittlungsagentur für Ferienwohnungen. Die beiden lieben ihren Heimatort und sind stolz darauf, wie er sich entwickelt hat. Jetzt ist es Zeit umzudenken, man orientiert sich in die Ökorichtung. Am Ortsrand entstehen kleine Bungalow-Anlagen, die dem Gast Entspannung und Privatsphäre garantieren und in denen Nachhaltigkeit großgeschrieben wird.

Am Strand von Bibione reihen sich die Liegestühle mit Schatten spendenden Schirmen und Pavillons aneinander. In den erfrischenden, mit der blauen Flagge ausgezeichneten, glasklaren Fluten planschen Kinder und Erwachsene um die Wette. Am Meeressaum sind Muschelsucher und Spaziergänger unterwegs und etwas weiter hinten werden von Familienvätern - meist zusammen mit den Kindern - trutzige Sandburgen gebaut. In Bibione findet das Leben am Meer statt.

Der Fahrradtourismus ist im Kommen

Doch etwas außerhalb des Ortes ist von dem Trubel nichts mehr zu spüren. Ein Radweg führt vom östlichen Ortsrand, immer am Meer entlang, zum alten Leuchtturm und wer weiter radeln möchte, nutzt die Fahrrad-Fähre über den Tagliamento und kann dann die Radtour direkt nach Lignano fortsetzen. Überhaupt ist Fahrradfahren in Bibione groß im Kommen. Der Badeort fördert das umweltfreundliche Fahrzeug und in und um den Ort gibt es zahlreiche Fahrradwege.

Auch für lange Spaziergänge ist der Weg zum Leuchtturm bestens geeignet. Also bequeme Schuhe anziehen, mit Sonnencreme einschmieren, an den Sonnenhut denken, eine Flasche Wasser nicht vergessen und los geht es - immer direkt am Meer entlang. Ständig muss man Fotostopps einlegen und die Bänke am Wegesrand laden zum Verweilen ein, denn hier werden den Wanderern atemberaubende Ausblicke in die Natur geboten. Auch findet sich immer wieder ein Plätzchen am Meer, das man ganz für sich alleine hat.

Die sportliche Betätigung macht hungrig und ein Gläschen Wein zum Abendessen darf meist nicht fehlen. Oft kommt der gute Tropfen direkt aus der Region. Nur wenige Kilometer von Bibione entfernt, findet man im Hinterland die Weingärten von Venetien. Seit Jahrhunderten hat der Weinanbau dort Tradition und beim Besuch der Weingüter steht nach einer Führung durch den Weingarten natürlich eine Verkostung in den Weinkellern auf dem Programm. Hier bietet sich die Möglichkeit, sein Wissen über Weine zu vertiefen und die eine oder andere Flasche mit nach Hause zu nehmen. Wer es dann am nächsten Tag etwas ruhiger angehen lassen will, sollte die Lagune von Bibione erkunden. Mit dem Boot gelangt man in eine andere Welt. Dort - fern vom Trubel - reihen sich Kanäle, kleine Inseln, Schilfland und Sandbänke aneinander. Langsam gleitet das Boot über die Wasserstraßen. Durch diese geheimnisvolle Landschaft fließt die Idrovia Litoranea Veneta, ein System von Kanälen, das von Venedig bis nach Triest führt und auch heute noch mit dem Schiff befahrbar ist. Versteckt durch das hohe Schilfgras sind die Wasserstraßen kaum sichtbar. Seidenreiher und Graureiher gehen hier auf Fischfang.

Rückzugsort für gestresste Großstädter

Plötzlich lichtet sich das hohe Schilf und gibt den Blick frei auf ein strohgedecktes Häuschen, das romantisch allein auf einer Insel mitten in der Lagune steht. Früher verbrachten die Fischer während der Fischereisaison einst mehrere Monate im Jahr in einfachen Behausungen aus Schilf und Holz, die als Casoni bezeichnet werden. Heute werden die mit Schilf gedeckten Hütten oft als Wochenendhäuser von Einheimischen genutzt, um mit Freunden zu angeln und anschließend den Fang zu verspeisen. Krabben, Garnelen, Sardellen und Tintenfische schmecken geröstet, direkt aus der Pfanne, am allerbesten und als Hauptgericht gibt es dann einen gegrillten, frisch gefangenen Fisch, direkt aus der Lagune. Das Naturparadies mit einzigartiger Flora und Fauna ist auch ein beliebter Rückzugsort für gestresste Großstädter.

Enzo Brunello verbringt jetzt, nachdem er sich aus Altersgründen aus dem Hotelgeschäft zurückgezogen hat, viel Zeit in seiner Casone in der Lagune. Hier hat er ein Idyll inmitten der Natur geschaffen und freut sich auf die Besuche seines alten Freundes Franco Basso.

Weitere Informationen

Anreise: Zum Beispiel über München, Salzburg, Villach, Udine, Bibione. Je nach Strecke (z.B. von München aus) beträgt die Fahrzeit etwa 6 Stunden.

Reisezeit: Ganzjährig, von Juni bis September für den Familienurlaub geeignet

Unterkunftstipp: Eco Village Resort**** Lino delle Fate, Via Lattea 1, I-30028 Bibione (Venetien); ein Bungalowdorf in Bibione Spiaggia mit eigenem Strand und Sonnenliegen mit Schirmen; www.linodellefateresort.com

Auskunft: Europa Tourist Group, Bibione-Lignano-Venetien-Italy, Booking centre: Corso del Sole 102, 30028 Bibione-Venetien-Italien, www.etgroup.info

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