Irres Derby gegen Ingolstadt Wieder Comeback der Straubing Tigers

Der Game Winner: Straubings Travis Turnbull setzt mit seinem verwandelten Penalty zum 4:3 den Schlusspunkt hinter einem Derby, das das Prädikat Spitzenspiel wirklich verdiente. Foto: fotostyle-schindler.de

Die Straubing Tigers haben am Sonntagnachmittag das Spitzenspiel gegen den ERC Ingolstadt mit 4:3 (1:0, 1:0, 1:3, 0:0, 1:0) nach Penalty-Schießen gewonnen und damit auch die zweite Heimpartie gegen die Schanzer in der Hauptrunde 2022/23 für sich entschieden. Dabei machten es die Hausherren vor ausverkauftem Haus mit einem schlechten Schlussdrittel unnötig spannend, als sie nach einer 2:0-Führung innerhalb von gut zehn Minuten drei Gegentore kassierten. Letztlich verbuchte Goalie Hunter Miska seinen vierten Erfolg nacheinander, und auch die Serie von Partien mit am Ende einem Tor Unterschied setzte sich auf mittlerweile acht fort.

Das Derby war stimmungsmäßig von Beginn weg eines, die lautstarken mitgereisten Ingolstädter Fans hatten auch Konfetti mitgebracht - das musste nach nur zehn Sekunden erst einmal vom Eis geschafft werden. Auf dem Eis handelte sich Trent Bourque nach nicht einmal einer Minute eine Strafe wegen Stockschlags ein, Straubings Penalty-Killing rund um den wieder aufgebotenen Hunter Miska im Tor hielt dem Druck der Gäste aber stand. Ingolstadt präsentierte sich allerdings nicht nur aufgrund des Powerplays in den ersten Minuten deutlich wacher rund griffiger, die Hausherren hatten gegen den Tabellenzweiten große Schwierigkeiten, Kontrolle über das Spielgeschehen zu erlangen.

Schönberger beschenkt sich selbst

Garrett Festerling stellte den Spielverlauf mit seinem Führungstreffer auf den Kopf, als er nach einem weiten Pass von Cody Lampl allein vor Garteig eiskalt blieb und sein fünftes Saisontor bejubeln konnte (8.). Das Geschehen in der flotten Partie kippte nun in Richtung der Niederbayern, Luke Adam verpasste die große Chance auf das 2:0 (12.). Spätestens ab da war auch in puncto Einschussmöglichkeiten so richtig Musik in diesem Spitzenspiel: Erst bot sich Wojciech Stachowiak nach einem Fehler von Brandon Manning per Alleingang die Riesen-Möglichkeit, zu egalisieren, Miska parierte jedoch stark (15.) - und nur wenige Sekunden später haute JC Lipon in unmittelbarer Tornähe über die Scheibe (16.).

Straubing kam im Vergleich zu Spielabschnitt eins deutlich besser aus der Kabine und spielte sich im Gäste-Drittel fest - und Kapitän Sandro Schönberger nutzte einen Fehler von Ben Marshall im Aufbau auf Vorlage von Lipon und Joshua Samanski mit seinem dritten Saisontreffer zum 2:0, womit er seine seit dem 18. Oktober sowie 23 Partien andauernde Durstrecke beendete und sich einen Tag nach seinem 36. Geburtstag nachträglich selbst beschenkte (24.). Die Tigers hatten das Duell fortan im Griff, in dieser Phase machte sich die fehlende Durchschlagskraft der Schanzer, die auf ihre drei besten Scorer Wayne Simpson, Charles Bertrand und Mirko Höfflin verzichten mussten, bemerkbar. Mit dem scheinbar beruhigenden 2:0 im Rücken konnte das bis dahin reif auftretende Straubing zufrieden das zweite Mal den Weg in die Kabine antreten.

Dass die Oberbayern auch ohne ihre prägenden Offensivspieler nicht komplett ohne Schießpulver dastehen, mussten die Tigers dann im Schlussdrittel erfahren. Hatten sie ein Penalty Killing noch unbeschadet überstanden, ging es nach einem ERC-Bullygewinn in der eigenen Zone ganz schnell: Mat Bodie fand mit einem langen Pass den davongeeilten Frederik Storm, der - verfolgt von Mario Zimmermann - auf 1:2 verkürzte und Miskas Shutout-Hoffnungen zunichte machte (45.). Die Oberbayern hatten Lunte gerochen - und konnten in Person von Stefan Matteau, der eine Nachlässigkeit in der Scheibenkontrolle von Samanski vor dem eigenen Tor teuer bestrafte, tatsächlich egalisieren (50.).

Turnbull besorgt den Extra-Punkt

Damit war alles bereitet für eine heiße Schlussphase. In der drückte vor allem der Tabellenzweite auf die Führung - und belohnte sich folgerichtig auch: Miska konnte zwar noch glänzend gegen Storm und auf einen von Lampl abgefälschten Querpass reagieren, gegen den Schlenzer aus dem Hinterhalt von Leon Hüttl war er indes machtlos. Die von Storm getätigte leichte Berührung gegen den Tigers-Goalie an dessen Kopf, die im Nachgang Gegenstand des Videobeweises war, reichte für eine Revidierung der On-Ice-Entscheidung richtigerweise nicht aus - das 3:2 stand (55.).

Doch das letzte Wort in den regulären 60 Minuten hatten die Hausherren mit dem Extra-Angreifer auf dem Eis, Mike Connolly fälschte zum 3:3 ab (59.). In der dadurch erzwungenen Verlängerung fiel kein Tor - im Penalty-Schießen besorgte dann Travis Turnbull gegen einen seiner Ex-Klubs den Extra-Punkt für die Tigers.

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