Aufmerksam mustern die braunen Augen die Umgebung. Gleiten über Buschwerk, Geäst der Bäume, die kleine Grasfläche. Keine Bewegung entgeht dem Vogel. Etwa fünfzig Meter von ihm entfernt umschließt eine lederbehandschuhte Faust ein Stück Hühnerfleisch. Der Arm hebt sich die Faust geschlossen. Startsignal. Blitzschnell, die Schwingen in Segelstellung gleitet der Habicht aus erhöhter Ansitzposition Richtung Erdboden.

Etwa fünfzig Zentimeter über der Wiese fängt er den Sturzflug ab. Schießt, Bodenwellen ausnutzend, über dem Erdboden auf die vermeintliche Beute zu. Ein Opfer wäre chancenlos, Krallen würden zupacken, der Jäger mit seiner Beute himmelwärts ziehen. Lima, so der Name der Habichtdame, liebt dieses Spiel. Den Körper senkrecht, während ihr Flügelschlag den Flug abbremst, sinkt sie auf den Arm der Falknerin nieder. Zur Belohnung öffnet sich die Lederfaust und freudig pickt der hakenförmige Schnabel im Park von Ashford Castle nach der verdienten Belohnung.

Ashford Castle, ehemaliges Schloss der Guinness-Familie, liegt in direkter Nachbarschaft zu Cong, einem der schönsten Dörfer Irlands am Nordufer von Lough Corrib. Nur wenige Meilen nördlich von Galway beginnend dehnt sich der zweitgrößte See Irlands etwa fünfundzwanzig Kilometer in Nord-Südrichtung aus. Westlich des Sees liegt die Landschaft Connemara mit ihren ausgedehnten Moorgebieten oder den an die siebenhundert Meter hohen Twelve Bens einer Bergregion in der auch der Connemara-Nationalpark beheimatet ist.

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