Iranischer Regisseur Berlinale stellt sich hinter Mohammed Rassulof

Der iranische Regisseur Mohammed Rassulof 2013 beim Filmfestival in Cannes. Foto: Sebastien Nogier/EPA/dpa/dpa

Mohammed Rassulof gewann mit seinem Film "Es gibt nichts Böses" den Goldenen Bären. Aber im Iran wird er mit Gefängnis bedroht.

Berlin - Die Berlinale hat sich hinter den iranischen Regisseur Mohammed Rassulof gestellt. Mit Bestürzung hätten sie von der Haftanordnung der iranischen Behörden gegen ihn gehört, teilten die Internationalen Filmfestspiele am Montag in Berlin mit.

Gerade erst hat Rassulof mit seinem Film "Es gibt kein Böses" über die Todesstrafe in seinem Land den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen.

Allerdings durfte er nicht selbst zu dem Filmfestival anreisen. Rassulof sei im vergangenen Jahr wegen "Propaganda gegen das System" zu einer Haftstrafe von einem Jahr und einem zweijährigen Berufsverbot verurteilt worden, erklärte die Berlinale. Die Haftstrafe sei bislang nicht vollstreckt worden.

Am 4. März sei Rassulof nun vom zuständigen Richter in Teheran aufgefordert worden, die Haft anzutreten, teilten die Filmfestspiele mit. Rassulof, der auch Familie in Hamburg hat, ist nach Angaben aus seinem Umfeld bisher aber nicht in Haft.

Viele Aktivisten aus der Kulturszene seien im Gefängnis, weil sie die Regierung kritisiert hätten, ließ Rassulof über eine Filmagentur mitteilen. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in iranischen Gefängnissen gefährde ihr Leben. "Diese Zustände erfordern eine sofortige Reaktion der internationalen Gemeinschaft."

Die Führungsspitze der Berlinale teilte mit, sie sei besorgt über die Haftanordnung gegen Rassulof. "Es ist erschütternd, dass ein Regisseur so hart für seine künstlerische Arbeit bestraft wird. Wir hoffen, dass die iranischen Behörden das Urteil revidieren." Auch andere Vertreter der Filmbranche stellten sich hinter ihn, darunter die Deutsche Filmakademie und die Europäische Filmakademie.

 

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