Den Grünen geht es bei der Bundestagswahl um den Kampf ums Kanzlerinnenamt. Das betont Claudia Roth, Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen, im Interview mit unserer Redaktion noch einmal besonders. Auch vor dem Hintergrund, dass Frauen noch immer deutlich weniger Kompetenz unterstellt würde als Männern und sie im Parlament mit Sexismus zu kämpfen hätten. Beim Gang zum Rednerpult würden sie regelrecht gescannt und wenn sie sprechen, gehe der Lärmpegel nach oben.

Frau Roth, betrachtet man die Umfragen, läuft es nicht gerade rund für die Grünen. War es ein Fehler, Annalena Baerbock ins Rennen um die Kanzlerschaft zu schicken und nicht Robert Habeck?

Claudia Roth: Da muss ich jetzt schon schmunzeln. Selbst in der Umfrage, die uns am schwächsten sieht, sind wir doppelt so stark wie bei der letzten Bundestagswahl 2017. Das ist alles andere als ein Absturz. Wir wurden in unserer Geschichte noch nie so hoch eingeschätzt wie jetzt. Und in den fünf Wochen bis zur Wahl haben wir endlich die Möglichkeit, inhaltlich zu diskutieren und Unterschiede zum politischen Gegner klar zu machen, wobei ich CDU/CSU und SPD als Einheit verstehe.

Inwiefern?