Interview „Unaufdringlich komisch“: Markus Stoll über seine Rolle in "Der Beischläfer"

Richterin gegen Schöffe. Julia Kellermann (Lisa Bitter) gegen Charlie Menzinger (Markus Stoll). Die beiden haben ein sehr unterschiedliches Verständnis von Gerechtigkeit. Foto: Amazon 2020

Von der Comedy-Bühne zur ersten Serie: Markus Stoll, bekannt als Harry G, spielt die Hauptrolle in der neuen Amazon-Serie „Der Beischläfer“. 

Servus, Markus! In der Serie „Der Beischläfer“ spielst du Charlie Menzinger, der ungeplant Schöffe wird. Du beurteilst also ehrenamtlich mit Richterin Julia die Taten der Angeklagten und legst das Maß der Strafe fest. Wäre das auch was für dich im echten Leben?

Markus Stoll: Es ist eine wahnsinnig zeitintensive Sache. Prinzipiell ist das eine ganz lustige Angelegenheit, aber ich hätte vermutlich nicht die Zeit dafür. Und man muss es wirklich wollen.

Viele kennen dich vor allem als Grantler Harry G aus deinen Videos und Comedy-Programmen. Wie bist du zum Schöffen Charlie Menzinger gekommen?

Markus Stoll: Ich hab ja schon die ein oder andere Gastrolle gespielt und wollte immer mehr im Schauspielbereich machen. Mit meinem Management bin ich schon lange dran gewesen, eine eigene Serie auf die Beine zu stellen. Und über verschiedene Wege ist das dann „Der Beischläfer“ geworden.

Als Harry G stehst du alleine auf der Bühne, bei der Serie hast du im Team gearbeitet. Wie lief die Produktion?

Markus Stoll: Das war eine wahnsinnige Umstellung! Meine Drehs als Harry G sind relativ überschaubar. Aber manchmal – wenn ich viele Typen darstelle – betreibe ich einen großen Aufwand, den man als Zuschauer gar nicht so sieht. Bei der Serie ist es schön, wenn man das nicht alleine machen muss und sich auf die schauspielerische Leistung konzentrieren kann.

Was macht für dich „Der Beischläfer“ aus?

Markus Stoll: Es ist eine schöne, unaufdringlich komische Serie. Der Charlie Menzinger ist Automechaniker, ein wenig ein Lebenskünstler, und wird eben zum Schöffen. Das gibt ihm die Möglichkeit, seinen Trieb zur Gerechtigkeit auszuleben und umzusetzen. Und da merkt er relativ schnell, dass die Rechtsprechung nicht immer gleich mit der gefühlten Gerechtigkeit ist.

Charlie gerät oft mit Richterin Julia aneinander. Wie ist die Beziehung zwischen den beiden?

Markus Stoll: Es ist eine Hassliebe. Man ist privat nicht uninteressiert, aber das Berufliche passt nicht ganz zusammen. Ich wünsche mir als Charlie, dass man endlich das Formelle ablegen und vernünftig über die Sachen reden kann. Aber das geht nicht, weil sie eben auf der Seite der Rechtsprechung ist und ich auf der Seite der gefühlten Gerechtigkeit.

Werden wir dich in Zukunft noch öfters als Schauspieler sehen?

Markus Stoll: Da ich diese Serie jetzt geschafft habe, was wirklich ein persönlicher Erfolg für mich ist, muss ich ja als Schauspieler weitermachen (lacht). Ich will auch. Das heißt aber nicht, dass ich den Comedian links liegenlasse. Im Gegenteil: Ich habe ja meine Shows, die derzeit nur leider verschoben werden. Ich mache also sowohl das eine als auch das andere.

Soll es eine Fortsetzung von „Der Beischläfer“ geben?

Markus Stoll: Jetzt muss man sich erstmal überraschen lassen, wie die Serie ankommt. Aber natürlich wäre es schade, wenn man jetzt schon ausschließt weiterzumachen. Das Potenzial für weitere Staffeln steckt drin.

Was sagt Harry G zu „Der Beischläfer“?

Markus Stoll: Endlich sagt’s wer! Eine Serie, die mir aus der Seele spricht und genau das behandelt, was so alles in München abläuft.

Darum geht’s in der Serie: Fünf Jahre – ohne Bewährung. Die erhält Autoschrauber Charlie Menzinger (Markus Stoll). Er wird zum Schöffen am Münchner Amtsgericht abkommandiert. Die Frist, das abzulehnen, hat er verpennt. Am Gericht trifft er auf die streng wirkende Richterin Julia Kellermann (Lisa Bitter). Die hat eigentlich die Schnauze voll von Schöffen. Und schon bei der ersten Verhandlung wird klar, dass sich Charlie und Julia bei ihren Urteilen alles andere als einig sind.

„Der Beischläfer“, Komödie, sechs Folgen in einer Staffel, seit heute verfügbar bei Amazon Prime, freigegeben ab zwölf Jahren.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading