Interview Su Turhan über sein neues Buch "Frau Habersak"

Das neue Buch von Su Turhan „Frau Habersak und die Sache mit den leuchtenden Dämonen“ ist im Verlag Attenkofer erschienen.
Das neue Buch von Su Turhan „Frau Habersak und die Sache mit den leuchtenden Dämonen“ ist im Verlag Attenkofer erschienen. Foto: Guido Krzikowski/Verlag Attenkofer/Pixabay

Dem Autoren Su Turhan ist im Traum eine schräge Frau erschienen. Ihr Name: Frau Habersak. Die hat ihm so gut gefallen, dass er ein Buch über sie und ihre Abenteuer geschrieben hat: "Frau Habersak und die Sache mit den leuchtenden Dämonen". Die Geschichte für junge und alte Leser ist jetzt im Verlag Attenkofer erschienen. Im Interview hat Su Turhan erzählt, wie das Leben als Autor so ist.

Wie sind Sie auf die Idee zu „Frau Habersak“ gekommen?

Su Turhan: Ich weiß noch, wie ich eines Morgens aufwachte und dachte, wo ist sie denn hin? Damit war „Frau Habersak“ gemeint, sie ist mir im Traum erschienen! Nach dem Erwachen konnte ich sie mir nicht real vorstellen und war etwas traurig, weil ich so ein schönes Gefühl hatte, als mir die schrullige Dame im Traum begegnete. Da habe ich beschlossen, sie zu erfinden und eine Geschichte über sie zu schreiben.

Was macht man, wenn man eine Idee hat? Wie fängt man an, ein Buch zu schreiben?

Ideen haben was Luftiges! Wie Seifenblasen, die du nur eine Zeitlang siehst. Wenn sie durch die Luft schweben, ist das toll! Aber greifst du danach, zerplatzen sie! Ideen sind kostbar, besser du gehst vorsichtig mit ihnen um. Mit „Frau Habersak“ war das bei mir so. Die erste Idee kam ja aus dem Traum. Danach habe ich viel nachgedacht und überlegt, wie sie aussieht, was mit ihr passiert und welches Abenteuer sie erleben sollte. Ich habe auf ein paar Seiten aufgeschrieben, was in etwa geschieht, welche weiteren Charaktere eine Rolle spielen sollten. Als ich damit fertig war, habe ich lange herum gedruckst bis endlich der magische Moment kam und ich allen Mut zusammengerafft habe, um die allererste Zeile zu schreiben.

Können Sie den Lesern etwas über Ihren Alltag als Autor erzählen?

An normalen Tagen fange ich um etwa 9 Uhr morgens an und arbeite bis zum späten Nachmittag, manchmal frühen Abend. Da mir niemand vorschreibt, was ich wann zu tun habe, entscheide ich mal mehr, mal weniger zu Papier zu bringen (eigentlich Computer, um ehrlich zu sein). Als Autor ist man meistens alleine. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Es kommt vor, dass ich mit meinen Figuren rede oder mit mir selbst, wenn mir das Schreiben schwerfällt.

Wer ist Ihr Lieblingscharakter in „Frau Habersak und die Sache mit den leuchtenden Dämonen“ und warum?

Es gibt viele Figuren, die ich mag, weil sie mir im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen sind. Ich habe über ein Jahr an dem Roman geschrieben und mir für jede Figur etwas Besonderes ausgedacht. Da sind Nyl und Mark, die Stadtkinder, die ich mag, weil sie sich wie selbstverständlich in der fremden Umgebung verhalten. Donaldo ist auch einer, den ich sehr mag. Er ist ein Schüler aus Habersak. Er hat ein paar Kilo zu viel, was aber nichts ausmacht. Frau Habersak nennt ihn „Kissenbäuchler“.

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Info: Darum geht’s im Buch

Würdest du einem Schild mit der Aufschrift „Durchgang auf höchst eigenen Wunsch“ folgen? Nyl und Mark tun bei einem Schulausflug genau das. Sie durchqueren einen eigentümlichen Wald und treffen auf die schrullige Frau Habersak, die Wassersuppe an dem heißen Tag kocht. Doch all das ist nichts, als sie erfahren, welche Gefahr an dem Letztfreitag auf sie alle zukommt. Gevatter Nomäd mit seinem Gryklonenheer droht, das Dorf Habersak in Schutt und Asche zu legen! Wie sollen Nyl, Mark und Frau Habersak gegen die abertausenden leuchtenden Dämonen ankommen?

„Frau Habersak und die Sache mit den leuchtenden Dämonen“ ist für junge und ältere Leser ab etwa zehn Jahren geeignet. Es ist im Verlag Attenkofer erschienen und kostet 15 Euro. Hier ist das Buch erhältlich.

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Gibt es eine Szene im Buch, die Sie besonders mögen?

Eigentlich mag ich ja alles irgendwie. Was ich besonders gerne geschrieben habe, ist, wie Frau Habersak von den Gryklonenkrieger entführt wird. Noch eine Szene finde ich ganz schön: wie die Habersaker Dorfbewohner in einem Kraftakt den adligen Hengst Heikko über ein Felsplateau ziehen, schieben und drücken.

Was braucht man als Autor besonders?

Durchhaltevermögen ist das Eine. Als Autor sitzt du viele Stunden am Schreibtisch und … ganz genau … schreibst! Dazu gehört Disziplin und eine unbändige Lust, sich in Figuren und Geschichten hineinzuversetzen. Für mich braucht ein Autor auch Mut. Damit meine ich, dass du oft, ohne es zu merken, von dir selbst erzählst. Du solltest dich trauen, ehrlich zu sein und über deine Gefühle schreiben können.

Haben Sie einen Lieblingsplatz zum Schreiben oder einen besonderen Stift?

Mein Lieblingsplatz ist meine Schreibstube, ein Raum, ganz in der Nähe wo wir wohnen. Das ist wahnsinnig praktisch! Dort habe ich es mir gemütlich eingerichtet. Am Boden liegt ein orientalischer Teppich, eine Duftkerze brennt auf dem großen Schreibtisch und ich fühle mich wohl. Das ist das Wichtigste. Sich wohlzufühlen, wenn du schreibst. Meinen besonderen Stift haben mir Freunde zum Geburtstag geschenkt. Den Kugelschreiber behüte ich wie meinen Augapfel und nehme ihn ausschließlich zu Lesungen mit, um Romane zu signieren. Mit dem Stift schreibe ich in Notizbücher, was mir zu den Geschichten einfällt, bevor ich mich an die Computertastatur setze.

Wo liest man Ihrer Meinung nach denn am besten?

Lesen geht überall! Na ja, fast. Vielleicht nicht gerade unter der Dusche oder beim Schwimmen. Ich persönlich lese gerne im Bett und auf dem Sofa. Wenn’s kuschlig ist, umso besser.

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