Straubing Sönke Küper: „Den Stadtplatz belebter kriegen“

"Straubing ist eine Gärtnerstadt" - nach Ansicht von Sönke Küper sollte sie das auch nach außen zeigen. Foto: Susanne Raith

Mit seinem Entwurf für eine neue Raumaufteilung am Straubinger Stadtplatz hat Gartendesigner und Wahl-Straubinger Sönke Küper im vergangenen Jahr eine rege Diskussion angestoßen.

Viele Straubinger konnten sich für sein Konzept mit mehr Grün und mehr Schatten begeistern. Bei der Straubinger Stadtverwaltung allerdings hatte sich die Begeisterung in Grenzen gehalten. Die Stadt hat ihre Planung nun auf Eis gelegt – ein günstiger Moment, um Ideen zu diskutieren, wie zum Beispiel die von Sönke Küper. Wir haben mit ihm über landschafts- und städteplanerische Perspektiven der werdenden Studentenstadt Straubing gesprochen.

Viele erinnern sich noch an Ihren Entwurf im Straubinger Tagblatt. Nun scheint es so, als ob die Stadtverwaltung einige Ideen daraus aufgegriffen hätte. Wie sehen Sie das?

Sönke Küper: Grundsätzlich ist diese Funktionsertüchtigung, die da betrieben wird – mehr Bänke, mehr Fahrradstellplätze –, erst mal zu begrüßen. Mein Entwurf war vielleicht nicht das beste Konzept, das man für den Stadtplatz hätte machen können. Mir ging es darum, den Entwurf des Architekten Herr aufzugreifen, der dafür gestritten hat, dass Bäume auf den Stadtplatz kommen. Er konnte sich gerade mal mit diesen kleinen Kugelrobinien durchsetzen, die eher schlecht gediehen sind. Mir ging es darum, einen poetischen Überbau zu haben und zwei wirklich definierte Plätze, wo es Schatten gibt, wo es Bänke gibt und die wirklich entschieden gestaltet sind. Die Skizze ist dann herum gegangen und dann hat sich auch die Stadt mal mit mir zusammengesetzt. Leider war das eher eine Scheindebatte.

Inwiefern? Wie war das Feedback vonseiten der Stadt?

Sönke Küper: Sie wollten es so oder so nicht machen. Ihr Hauptargument war, dass man in diesen denkmalgeschützten Bereich zwischen Tiburtiusbrunnen und Dreifaltigkeitssäule nicht eingreifen sollte. Ich habe versucht, das in meinem Entwurf zu beachten, mit geschnittenen Bäumen; das Pflaster auch so auszurichten, dass es eine Verbindung zwischen den beiden Denkmälern schafft. Ausgerechnet in diesen angeblich sensiblen Bereich wird jetzt alles an Funktionsertüchtigung, was sonst im Weg stehen würde, „reingeramscht“, Bänke aufs schiefe Pflaster gestellt, ohne Bezug.

Bei dem besagten Termin hab ich auch gefragt, was sie denn dann machen. Die Antwort war: „Wir lassen die Bäume.“ Da hab ich mir innerlich gedacht: Sie meinen also, verschieden große Kugelrobinien, die nicht so richtig was werden, fügen sich besser in so ein barock-gotisches Renaissance-Ensemble ein als sauber geschnittene, stark wachsende Linden, die auch ein bisschen was hermachen würden? Da habe ich mich schon stark gewundert.

Was wäre der Vorteil an Ihrem Entwurf gewesen?

Sönke Küper: Schatten. Es gibt Jahreszeiten, da sitzt man gerne in der Sonne. Aber gerade im Sommer sucht man doch eher Schatten und Grün. Das Gegenargument war wiederum: „An einen gotischen Stadtplatz gehört kein Grün.“ Darauf habe ich gesagt: Ja, aber es gab damals auch keine Schilder, keine Laternen und so weiter.

Die Stadtplaner sprechen von einem Aufenthaltsbereich „ohne Konsumzwang“…

Sönke Küper: … das ist ein guter Gedanke! Für mich ist das aber zum Teil unausgegoren.

Lesen Sie im zweiten Teil unseres Interviews, wie nach Sönke Küpers Ansicht das historische Innenstadt-Ensemble und die "Studentenstadt Straubing" unter einen Hut kommen könnten.

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