Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich über volllaufende Intensivstationen, den drohenden Mangel an jungen Ärzten und eine Klage, die die Heilbäder in ihren Grundfesten erschüttern könnte.

Nicht vergnügungssteuerpflichtig lautet derzeit wohl die beste Stellenbeschreibung für das Amt des niederbayerischen Bezirkstagspräsidenten: Bundesweit an der Spitze der dramatischen Corona-Zahlen liegen vor allem niederbayerische Landkreise. Gleichzeitig wird der Bezirk von einem Mitbewerber wegen angeblich unerlaubter Subventionen für die Heilbäder verklagt. Und dann hat man mühevoll noch ein viel gepriesenes Konzept gegen den drohenden Ärztemangel ausgebrütet, das jetzt wegen Planungen zu dem "Medizincampus Niederbayern" auf Halde liegt - der wiederum selbst auf sich warten lässt.

Unter diesen Voraussetzungen hätte Olaf Heinrich (CSU), seit 2013 amtierender Bezirkstagspräsident, beim Gespräch mit Redakteuren unseres Medienhauses alles Recht zur angespannten Genervtheit gehabt. Das Gegenteil ist der Fall: Der bestens vernetzte Vollblutpolitiker mit dem ewig jugendhaften Aussehen beantwortet, trotz aller aktuellen Wirrnisse in sich ruhend, alle offenen Fragen.