Interview mit Unternehmensberater "Tschechen sehen das Pendeln in die Oberpfalz argwöhnisch"

Fast drei Monate lang war die tschechische Grenze zu Deutschland geschlossen. Strenge Kontrollen regelten - wie hier kurz hinter der Grenze bei Furth im Wald -, wer einreisen durfte. Foto: Julia Adam

Arthur Braun berät in Prag Unternehmen zum Markteintritt in Deutschland. Der Weidener leitet eine der größten Kanzleien in der früheren Tschechoslowakei mit 65 Mitarbeitern, davon 35 Anwälten. Er spricht darüber, wie Tschechien tickt und was die geschlossene Grenze für ihn bedeutet hat.

Nun ist Tschechien Risiko-Gebiet, die Grenze soll aber offen bleiben. Wie haben Sie es im Frühjahr erlebt, als sie geschlossen wurde?

Arthur Braun: Der Lockdown fiel in Tschechien zu Beginn der Pandemie wesentlich härter aus als in Deutschland. Ich schaffte es gerade noch zu meiner Familie nach Weiden, von wo aus ich sechs Wochen lang im Homeoffice arbeitete. Die Grenzschließung empfinde ich heute noch als brutal: Die grenzüberschreitenden Beziehungen haben beidseits sehr gelitten, Familien wurden zerrissen. Das war wirklich schlimm. Noch schmerzlicher war für die Menschen in Tschechien das Dichtmachen der Grenze zur Slowakei.

Was waren die Hintergründe für die rigorosen Maßnahmen Tschechiens?

Braun: Im westböhmischen Grenzraum war von lokalen Unternehmen diese hermetische Schließung durchaus gewollt. Denn der Arbeitskräftemangel ist dort extrem. Gerade im tschechischen Mittelstand (...)

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