Interview mit Politikwissenschaftler Weidenfeld sieht "Niedergang des Parteienstaates"

Werner Weidenfeld wirbt in der unübersichtlichen Lage in Thüringen für mehr Kooperation. Foto: Bertelsmann-Stiftung/dpa

Nach dem politischen Beben in Thüringen in der vergangenen Woche folgte am Montag der bundespolitische Paukenschlag: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wirft hin. Nicht überraschend, meint der Politologe Werner Weidenfeld im Gespräch mit unserer Zeitung, und sieht die Ereignisse als nur einen weiteren Hinweis auf einen allgemeinen "Niedergang des Parteienstaates".

Herr Prof. Weidenfeld, sind Sie vom angekündigten Rückzug der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer überrascht?

Werner Weidenfeld: Dieser Schritt ist für einen sensiblen Beobachter keine Überraschung. Der Verfall der Führungskraft in der CDU war seit geraumer Zeit zu beobachten. Dass Frau Kramp-Karrenbauer als erfahrene Politikerin das auf Dauer nicht durchhalten konnte, liegt auf der Hand. In der Zeit als Parteivorsitzende unterlag sie einem ständigen Verschleißprozess. Ständig wurde gefragt, wer wird eigentlich Kanzlerkandidat? Wer führt wie? Umfragen zeigten: Sie ist eben leider doch nicht populär, andere liegen weit vor ihr. Dieser Verschleiß ist ein durchaus übliches Führungserlebnis in den Parteien.

Wäre es verkürzt zu sagen, dass die AfD es geschafft hat, eine wichtige Parteichefin und mögliche Kanzlerkandidatin abzuschießen?

Weidenfeld: Das geht völlig in die Irre. Wir erleben als politisch-kulturelles Phänomen das Drama vom Niedergang des Parteienstaates. Das geht weit über die AfD hinaus. Die AfD ist ein gewisses Ergebnis des Niedergangs der traditionellen Volksparteien, die für die Bürger nicht mehr - wie seit Jahrzehnten - die strategische Zukunftsperspektive bieten. Entsprechend bekommen sie die Quittungen.

Wie wird es in der CDU jetzt weitergehen?

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